Pressemitteilungen vom 15.12.2023

Migranten von heute sind die Arbeitskräfte von morgen

Der 18. Dezember ist der von der UNO ausgerufene Internationale Tag der Migranten. Angesichts vieler Kriege, klimabedingtem Schrumpfen von Lebensräumen und existenzbedrohender Armut werden Menschen auch zukünftig ihre angestammte Heimat verlassen müssen.
Dietrich Bauer, Chef der Diakonie Sachsen sagt dazu: „Die europäischen Außengrenzen für Schutzsuchende zu schließen, ist keine mit dem Evangelium und den Menschenrechten zu vereinbarende Lösung. Asyl ist ein Grundrecht und wir halten an einer individuellen Prüfung der Asylgründe fest. Wirtschaftliche Gründe allein rechtfertigen sicher kein Asyl, können aber eine gute Motivation für die dringend gebrauchte Zuwanderung sein. Statt einer politischen Instrumentalisierung der Asyldebatte fordern wir daher eine wissenschaftlich fundierte und faktenbasierte Diskussion: Und Fakt ist, dass wir Zuwanderung dringend brauchen, ganz besonders in Sachsen. Ohne Zuwanderung wird Sachsen weiter deutlich schrumpfen und altern – es ist für das Land also sehr wichtig, Zuwanderung zuzulassen. Es gehört zum Kern einer guten Politik, hier ehrlich zu sein. Deshalb müssen wir Migranten, die bei uns bleiben wollen, von Anfang an so gut als möglich unterstützen, damit sie in Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit kommen. Dennsie sind die Arbeitskräfte von morgen.“
Die Diakonie Sachsen setzt sich daher nachdrücklich dafür ein, dass die politischen Rahmenbedingungen für einen gelingenden Integrationsund Teilhabeprozess verbessert werden und der Beitrag von Migrant*innen für die Gesellschaft gesehen und anerkannt wird. „Damit eng verbunden, ist eine Stärkung der Migrations- und Jugendmigrationsdienste. Wer Deutschland als sein neues Heimatland wählt, braucht aktive Unterstützung bei der Integration, um sich in unsere Gesellschaft einbringen zu können. Es geht darum, Menschen mit Einwanderungsgeschichte durch Hilfe zur Selbsthilfe zu befähigen, ihr Leben in Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu planen. In diesem Zusammenhang danke ich auch allen ehrenamtlich Engagierten, die hier ebenfalls selbstlos unschätzbare Dienste leisten“, so Dietrich Bauer abschließend.