Mit den sinkenden Temperaturen wächst die Sorge um Menschen, die ohne Wohnung leben oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Einrichtungen der Diakonie in Sachsen stellen in diesen Wochen zusätzliche Übernachtungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten bereit. Gleichzeitig rückt die Diakonie Sachsen die Prävention von Wohnungsverlusten in den Mittelpunkt: Wer seine Wohnung behält, benötigt keine Kältehilfe.
„Unsere Beratungsstellen der diakonischen Wohnungsnotfallhilfe setzen alles daran, einen Wohnungsverlust zu verhindern“, sagt Rotraud Kießling, Referentin für Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Sachsen. „Fast die Hälfte der Menschen, die im vergangenen Jahr zu uns kamen, hatte noch eine Wohnung. Durch enge Kooperationen mit Vermietern gelingt es oft, den Verlust der Wohnung zu verhindern oder einen Neubezug aus der Wohnungslosigkeit zu ermöglichen.“
Nach Angaben des evangelischen Wohlfahrtverbandes mussten zum Stichtag am 31. Januar dieses Jahres 6.885 wohnungslose Menschen in Sachsen untergebracht werden. Hinzu kommen rund 15 Prozent, die verdeckt wohnungslos und ohne feste Unterkunft leben. „Diese Dunkelziffer ist immens und bringt zusätzliche Probleme mit sich – etwa für Freunde und Bekannte, die wohnungslose Menschen vorrübergehende aufnehmen und dadurch eigene Mitverhältnisse gefährden“, so Kießling.
Wohnkostenlücke verschärft das Problem
Ein gravierendes Problem bleibt die sogenannte Wohnkostenlücke: Die von Jobcentern anerkannten Mietobergrenzen liegen oft unter den realen Mieten. „Viele Betroffene müssen die Differenz aus dem Regelsatz bezahlen. Dadurch bleibt weniger Geld für Lebensmittel, Kleidung oder Strom“, erklärt Kießling. „So entsteht eine Spirale, die Menschen schnell in Zahlungsrückstände und damit in Wohnungsnot bringt.“
Tagesaufenthalte sichern das Überleben
Für Menschen, die bereits ohne Wohnung sind, bieten diakonische Tagesaufenthalte Schutz und Unterstützung. Sie sorgen für warme Räume, eine Mahlzeit, Kleidung, Duschmöglichkeiten und Beratung. „Hier finden Menschen nicht nur Zuflucht, sondern auch den ersten Schritt aus der Not heraus“, so Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen.
Die Diakonie Sachsen fordert Städte, Landkreise und den Freistaat auf, die Hilfen für Menschen in Wohnungsnot langfristig abzusichern – und gleichzeitig in Prävention zu investieren. „Jede verhinderte Wohnungslosigkeit spart Leid und Kosten. Wohnraumerhalt muss zur Priorität werden“, betont Bauer abschließend.
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