Dazu erklärt Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen:
Bundeswehr und Politik haben es – trotz eines hohen Soldes und weiterer Vergünstigungen – seit Aussetzung der Wehrpflicht nicht geschafft, den Dienst an der Waffe als gesellschaftlich bedeutsam zu vermitteln. Nun soll der Wehrdienst auf scheinbar freiwilliger Basis wiederbelebt werden – mit verpflichtender Musterung junger Männer und der Möglichkeit einer sogenannten Bedarfswehrpflicht. Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit einer Neuregelung stellen wir uns als christlicher Wohlfahrtsverband die Frage: Was geschieht mit jungen Männern, die gemustert und im Bedarfsfall eingezogen werden, aus ihrer Überzeugung heraus aber den Dienst an der Waffe ablehnen? Auch die fehlende Gleichbehandlung im Blick auf die verpflichtende Musterung zwischen jungen Frauen und Männern sehen wir kritisch. Teile der jungen Generation könnten dies als eine zusätzliche Ungerechtigkeit empfinden, weil im Bedarfsfall kurzfristig in ihre Lebensplanung eingegriffen wird – zu Recht, wie ich finde.
In unseren Angeboten des Freiwilligendienstes freuen wir uns über stabile Zahlen und großes Engagement junger Menschen. Die angekündigte Erhöhung der Stellen im Freiwilligendienst seitens der Bundesregierung erfüllt jahrelange Forderungen der Freien Wohlfahrtspflege. Wenn nun die Politik den Wehrdienst stärkt, muss sie auch die Freiwilligendienste finanziell vergleichbar gerecht und attraktiv ausstatten. Diese jungen Menschen engagieren sich tagtäglich in Kitas, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft und das Gemeinwohl.
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