Suchtkrankenhilfe
Suchtkrankenhilfe der Diakonie Sachsen: Realitäten anerkennen, Wege aufzeigen
Etwa jeder zehnte Erwachsene in Deutschland hat eine Abhängigkeitserkrankung. Hinter dieser Zahl stehen Menschen, Familien und konkrete Schicksale. Die Diakonie Sachsen stellt sich dieser Realität mit fachlicher Präzision und menschlicher Zuwendung. Unsere Suchtberatungsstellen bieten wohnortnahe Hilfe und versorgen sachsenweit rund 24.500 Betroffene und deren Angehörige. Wir arbeiten dabei bereichsübergreifend, unter anderem in enger Abstimmung mit der Wohnungsnotfallhilfe, um Menschen ganzheitlich zu stabilisieren. Die aktuellen Daten der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (Stand 2026) zeigen einen dringenden Handlungsbedarf in unserem Bundesland auf.
Abhängigkeit ist eine anerkannte Krankheit und bedarf der fachkundigen Behandlung.
In Sachsen stehen Ihnen 23 diakonische Suchtberatungs- und behandlungsstellen mit weiteren 16 Außenstellen zur Verfügung. Sie beraten Betroffene und Angehörige, vermitteln in weiterführende Einrichtungen bzw. führen selbst Behandlungen durch.
Hier Hilfe finden: Hilfe & Beratung vor Ort finden – Diakonie Sachsen Suchportal
Kontakt

FAQ
Wie stark ist Sachsen von alkoholbedingten Erkrankungen betroffen?
Sachsen verzeichnet 25 alkoholbedingte Todesfälle je 100.000 Einwohner und liegt damit auf Rang 3 in der Bundesstatistik. Alkoholbedingte Verhaltensstörungen sind zudem die zweithäufigste Diagnose bei vollstationären Behandlungen von Männern in Sachsen. Besonders alarmierend: 807 Kinder und Jugendliche mussten wegen akuter Alkoholintoxikation stationär behandelt werden.
Welche Rolle spielen illegale Drogen im Freistaat?
Die Zahl der Drogentoten in Sachsen stieg auf 28 Personen, was einem Zuwachs von 40 Prozent entspricht. Der Bedarf an Beratung und Behandlung im Zusammenhang mit Methamphetamin liegt in Sachsen dreifach über dem Bundesdurchschnitt und steigt seit 2025 wieder an. Bei den Beratungen zu Cannabis hat Sachsen im Jahr 2024 den Bundesdurchschnitt erreicht.
Wie wirkt sich Sucht auf das soziale Umfeld und Familien aus?
Die Zahl der Drogentoten in Sachsen stieg auf 28 Personen, was einem Zuwachs von 40 Prozent entspricht. Der Bedarf an BerSucht ist selten ein isoliertes Problem. In 50 Prozent der von Sucht betroffenen Haushalte leben Kinder. Gleichzeitig verzeichnen wir einen Anstieg von 17 Prozent bei Frauen in sozialtherapeutischen Wohnstätten, die zuvor im regulären Hilfesystem nicht gesehen wurden.
Warum rechnet sich die Investition in Suchtberatung auch wirtschaftlich?
Öffentlich geförderte Suchtberatung entlastet das Gesundheitssystem und die sozialen Sicherungssysteme. Jeder investierte Euro in Suchtberatungsstellen spart den öffentlichen Haushalten langfristig 17 bis 28 Euro. Im Gegensatz dazu verursacht die Nicht-Behandlung von Betroffenen für Bund, Land und Kommunen das 17-fache an Folgekosten.
Positionierungen
Cannabis die neue Volksdroge?!
Positionierung und Forderungen der Diakonie Sachsen zur kontrollierten Abgabe – zur Broschüre
Alkohol – die unterschätze Gefahr
Anregungen für einen veränderten Umgang mit der Volksdroge Nr. 1 – zur Broschüre
MUT MACH BERICHT
“Ich war ein hoffnungsloser Fall”, Klaus, 44.
Im MUT MACH BERICHT der Diakonie Pirna erzählt er seine Gesichte: “Ich kam 2001 erstmals in die Suchtberatungs und -behandlungsstelle, weil ich meinen Führerschein bei 1,9 Promille verloren hatte. … [In 2014 hatte ich einen] alkoholbedingten Zusammenbruch mit 3,5 Promille. Der Chefarzt der Psychiatrie erklärte mit, dass ich eine Alkoholvergiftung habe, die zum Tode führen könne. Wenn ich so weiter machen würde wie bisher, hätte ich nicht mehr lange zu leben. Dieses Gespräch gab mir zu denken. Ich nahm wieder Kontakt zur Suchtberatungsstelle auf. Als erstes half mir die Beratungsstelle bei der Beantragung einer Therapie, die ich dann in der Drogenklinik in Gohrisch absolvierte. Danach kehrte ich zur Beratungsstelle nach Pirna zurück und machte dort die Nachsorgebehandlung, die ich dann zeitlich noch einmal verlängerte. Nun bin ich schon seit 7 Jahren clean und seit 6 Jahren trocken. Meinen Führerschein konnte ich nach erfolgreich bestandener MPU 2018 wiedererlangen, ich habe eine gute Arbeit, habe wieder einen regelmäßigen Kontakt zu meiner Tochter und seit zwei Jahren eine neue Partnerschaft.” Weitere Erlebnisberichte können Sie hier nachlesen.
