PM Archiv 25 vom 23.09.2025

Sondervermögen nutzen: Pflege in Sachsen bezahlbarer machen

Die Diakonie Sachsen sieht im Sondervermögen des Bundes eine historische Chance, Pflege in Sachsen zukunftssicher und bezahlbar zu gestalten – und mahnt die Staatsregierung, Investitionskosten nicht länger auf Bewohnerinnen und Bewohner umzulegen.

Die Diakonie Sachsen begrüßt, dass das sächsische Sozialministerium Investitionen in die Pflegeinfrastruktur aus dem neuen Sondervermögen des Bundes priorisieren will. Zugleich mahnt der evangelische Wohlfahrtsverband, dass diese Mittel auch dazu genutzt werden müssen, die finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen spürbar zu senken.
„Pflege in Deutschland ist qualitativ hochwertig und menschenwürdig. Das ist unser Anspruch und darauf können wir stolz sein. Aber die finanzielle Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner ist inzwischen kaum noch tragbar”, erklärt Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen.

Derzeit zahlen Pflegebedürftige im ersten Jahr ihres Heimaufenthaltes in Sachsen rund 2.800 Euro pro Monat aus eigener Tasche. Ein erheblicher Teil dieser Belastung entfällt auf Investitionskosten, die mit durchschnittlich 507 Euro pro Monat rund 18 Prozent ausmachen.
„Es ist höchste Zeit, dass das Land hier Verantwortung übernimmt“, so Bauer. „Die Investitionskosten dürfen nicht länger pauschal auf die Bewohnerinnen und Bewohner umgelegt werden. Eine Übernahme – mindestens anteilig – aus dem sogenannten ‚Sachsenfonds‘ wäre ein wichtiger Schritt, um Pflege für viele Menschen wieder bezahlbarer zu machen.“

Die Diakonie Sachsen fordert die Staatsregierung auf, bei der Verwendung der Bundesmilliarden aus dem Sondervermögen die Pflege stärker in den Blick zu nehmen. Dazu gehören neben der Übernahme von Investitionskosten auch nachhaltige Investitionen in eine wohnortnahe Pflegeinfrastruktur, um Versorgungslücken auf dem Land zu schließen.
„Geld allein löst nicht alle Probleme in der Pflege“, betont Bauer. „Aber es schafft die Voraussetzung, dass gute Pflege nicht am Geldbeutel scheitert. Wer das Sondervermögen jetzt klug einsetzt, sorgt langfristig für soziale Sicherheit und Lebensqualität in einer alternden Gesellschaft.“


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