PM Archiv 25 vom 20.10.2025

„Die Pandemie wirkt nach“: Diakonie Sachsen warnt vor psychischen Folgen bei Kindern und Jugendlichen

Viele Kinder und Jugendliche kämpfen noch immer mit den psychischen Folgen der Corona-Pandemie. Die Diakonie Sachsen mahnt: Ihre Perspektiven müssen endlich auch in der politischen Aufarbeitung gehört werden.

Mit Blick auf die laufende Arbeit der Enquete-Kommission „Pandemie“ des Sächsischen Landtages fordert die Diakonie Sachsen, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärker in den Blick politischer Entscheidungen zu rücken. „Die Erfahrungen und Belastungen junger Menschen während und nach der Corona-Pandemie müssen endlich vorrangig berücksichtigt und gehört werden“, so Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen.

Appell an die Enquete-Kommission des Landtages

Die Diakonie Sachsen appelliert an die Mitglieder der Kommission, die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen stärker in die politische Bewertung der Pandemie einzubeziehen. „So wie die Erfahrungen der Pflege in der Enquete Gehör fanden, muss auch die Stimme junger Menschen gehört werden“, fordert Kathleen Jevlasch, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe der Diakonie Sachsen. „Ihre Erfahrungen sind entscheidend, wenn es darum geht, Lehren aus der Pandemie zu ziehen und die vorhandenen Strukturen weiterzuentwickeln und krisenfester zu machen.

Arbeitsgruppe untersucht psychische Folgen der Pandemie

Seit 2023 arbeitet eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, bestehend aus Fachleuten der Diakonie Sachsen sowie aus Wissenschaft und Politik, an der Aufarbeitung der Pandemie-Folgen für Kinder und Jugendliche. Ausgangspunkt waren zahlreiche Berichte aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit und der Jugendsozialarbeit, die einen deutlichen Anstieg psychischer Erkrankungen und sozial-emotionaler Auffälligkeiten verzeichneten.

„Eine ganze Generation ist geprägt“

Viele Kinder und Jugendliche leiden bis heute unter Angstzuständen, Depressionen und Isolation“, berichtet Kathleen Jevlasch. „Sie haben wertvolle Lernzeit verloren, was ihre Bildungschancen zum Teil nachhaltig beeinträchtigt. Die Schulschließungen, der Verlust sozialer Kontakte und die Unsicherheit, die die Pandemie mit sich brachte, haben eine ganze Generation geprägt. Die Situation verschärft sich dadurch, dass in Sachsen therapeutische Angebote und Beratungsstellen für junge Menschen vielerorts überlastet oder gar nicht vorhanden sind.

Forderung: Psychosoziale Unterstützung und Teilhabe stärken

Die Arbeitsgruppe unter Federführung der Diakonie Sachsen hat mittlerweile zentrale Erkenntnisse und konkrete Forderungen erarbeitet. Diese zielen darauf, psychosoziale Unterstützung, Bildungsförderung und soziale Teilhabe systematisch zu stärken. In der Fachlandschaft herrscht breite Einigkeit: Die Bedarfe von jungen Menschen müssen weiterhin Priorität haben – auch über die akute Krisenzeit hinaus. „Kinder und Jugendliche dürfen nicht die Vergessenen der Pandemie bleiben“, betont Dietrich Bauer. „Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass sie die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um diese für unser Land so wichtige Generation bestmöglich auf das Leben vorzubereiten.


Weitere Pressemitteilungen: Pressemitteilungen | Diakonie Sachsen

Mehr zum Fachbereich Kinder- & Jugendhilfe: Kinder‑ & Jugendhilfe | Diakonie Sachsen

Diakonie Dietrich Bauer im Büro lächelnd
OKR Dietrich Bauer Vorstandsvorsitzender
Obere Bergstr. 1
Radebeul 01445
Telefonischer Kontakt über Vorstandsbüro: 0351 83 15 104/107
Diakonie Kathleen Jevlasch im Büro lächelnd
Kathleen Jevlasch Referentin Kinder- und Jugendhilfe
Obere Bergstr.1
Radebeul 01445
0351 83 15 183 0176 158 315 28