08.07.2020

WfbM: Mit Hygiene-Konzept wieder für alle Beschäftigten offen

 

Diakonische Werkstätten für Menschen mit Behinderung: Die Türen stehen wieder für alle offen

Hygienekonzepte müssen nicht vorgelegt werden, werden aber mancherorts unangekündigt überprüft

Das seit 21. März geltende Betretungsverbot „ihrer“ Werkstatt war für viele Beschäftigte der Werkstätten für Menschen mit Behinderung eine schwierige Zeit - fielen doch die Tagesstruktur, wichtige soziale Kontakte und Bildungsangebote oder die „Arbeit“ von heute auf morgen einfach weg. Auch wenn die Werkstatt-Mitarbeitenden über viele Arten und Wege versuchten, Kontakt zu halten, digitale Beschäftigungs- und Bildungsangebote versandten, Werkstattzeitungen in die Briefkästen legten, am Telefon psychosoziale Beratung durchführten oder auch in den gemeinschaftlichen Wohneinrichtungen die Angebote der internen Tagesstruktur erweitert wurden. Nun stehen die Werkstätten für alle Beschäftigten wieder offen, aber selbstverständlich gelten auch dort coronabedingt neue Regeln und der „alte“ Alltag ist nicht wieder eingekehrt.

So musste jede Werkstatt ein Hygienekonzept erarbeiten, dessen Umsetzung in der Praxis auch tatsächlich funktioniert und die Beschäftigten effektiv schützt:  Mundschutz an Arbeitsplätzen, die nicht den nötigen Abstand zulassen, feste Pausengruppen und Abstandsregeln beim Mittessen, Vormittags- und Nachmittagsgruppen, wenn die Räume das gleichzeitige Arbeiten aller Beschäftigten nicht möglich machen u.v.m. Auch die mittlerweile überall im Einzelhandel anzutreffenden Plexiglaswände kommen mancherorts zum Einsatz. Die Hygienekonzepte müssen zwar nicht den örtlichen Gesundheitsämtern vorgelegt werden, aber diese schauen vor Ort schon mal unangekündigt vorbei. So wie in der Lukaswerkstatt in Zwickau. Dort überprüften unangekündigt drei Fachleute des Gesundheitsamtes des Landkreises Zwickau das vorgelegte Konzept zum Thema Hygiene, Küche und Pflege. „Im Ergebnis wurde uns ein sehr guter und professioneller Umgang mit der Thematik bestätigt und die praktische Umsetzung als vorbildlich eingestuft“, erzählt Frank Raabs, Fachbereichsleiter Werkstätten bei der Diakonie Westsachsen. „Es ist gelungen, trotz aller Fragen und Unsicherheiten mit unserem pragmatischen Weg einen realisierbaren Schutz für alle zu gewährleisten und so die Werkstätten wieder für alle Beschäftigten öffnen zu können!“

Michaela Bartel, zuständige Referentin bei der Diakonie Sachsen betont, wie wichtig es sei, dass die Beschäftigten die Hygiene- und Abstandsregeln in einfacher Sprache erklärt bekämen und auch verstünden. „Die Erfahrung zeigt, dass die Regeln dann bereitwillig befolgt werden. Unsere Beschäftigten sind froh, dass die Werkstätten wieder geöffnet sind! Und wir und unsere Auftraggeber sind es auch!“


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