18.02.2021

Stat. Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen fühlen sich alleine gelassen!

 

Freie Träger der stationären Kinder- und Jugendhilfe werden mit pandemiebedingtem Mehraufwand im Regen stehen gelassen!

Die Diakonie Sachsen bittet die Jugendämter nachdrücklich, den pandemiebedingten Mehraufwand endlich auch zu erstatten.

Seit Beginn der Pandemie sind stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe über die Maßen gefordert. Aufgrund der Kita- und Schulschließungen betreuen die pädagogischen Fachkräfte alle Kinder und Jugendlichen jeden Tag 24 Stunden lang unter erschwerten Bedingungen: Mit den angewiesenen Ausgangs- und Kontaktverboten, extrem herausfordernden (digitalen) Lernzeiten und besonderen Konfliktsituationen.

„Die Mitarbeitenden meistern diesen Krisenzustand seit nunmehr fast einem Jahr hervorragend und mit bewunderungswürdigem Einsatz. Sie halten auf kreative Weise Kontakt zu den Eltern, sie sind gleichzeitig Lehrer, Koch, Trainer, Krankenpfleger, Zuhörer und Konfliktschlichter wie Erzieher. Und sie leisten dies alles mit unglaublich viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Engagement, um den jungen Menschen in dieser schwierigen Zeit Sicherheit und Orientierung zu geben und ihr Kindeswohl zu sichern. Gleichzeitig setzen sie sich selbst der Gefahr einer Ansteckung aus und riskieren ihre eigene Gesundheit und die ihrer Familien. Es kann einfach nicht sein, dass die freien Träger nun seit Monaten mit jedem einzelnen Jugendamt um die Anerkennung und Finanzierung dieser Vormittagsbetreuung ringen müssen, damit sie den Mitarbeitenden wenigstens ihre Mehrstunden vergüten können“, sagt Oberkirchenrat Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen.  „Es ist für die Einrichtungen nicht nur eine existenzielle wirtschaftliche Frage, sondern auch ein Zeichen mangelnden Respekts und mangelnder Wertschätzung!“

Das Angebot der Jugendämter, stattdessen externe Fachkräfte in die Vormittagsbetreuung zu entsenden, reiche bei weitem nicht aus und sei überdies lebensfremd, weil die oft hoch problembelasteten und traumatisierten Kinder in den stationären Einrichtungen Menschen brauchen, die sie kennen und zu denen sie Vertrauen haben.

Die Diakonie Sachsen fordert die Jugendämter auf, die freien Träger der stationären Jugendhilfeeinrichtungen mit ihrem pandemiebedingten Mehraufwand nicht länger alleine zu lassen.

https://www.diakonie-sachsen.de/pressemitteilungen_stationaere_kinder-_und_jugendhilfeeinrichtungen_nicht_mit_pandemiebedingtem_mehraufwand_alleine_lassen_de.html