15.06.2021

Inhumane Abschiebepolitik endlich beenden!

 

...fordert Diakonie-Chef Dietrich Bauer

„In welchem Land leben wir eigentlich? Da werden zwei gut integrierte georgische Familien, deren Kinder allesamt hier geboren sind, nachts aus ihrem Leben gerissen und in eine „Heimat“ geschickt, die sie gar nicht kennen. Und es werden weiterhin Menschen nach Afghanistan abgeschoben, wo ihnen nachweislich Gefahr für Leib und Leben, Verelendung und Verfolgung drohen. Das ist eine unmenschliche Politik.  Die Diakonie Sachsen fordert die Landesregierung auf, diese inhumane Abschiebepolitik zu beenden!“

Diakonie-Chef Dietrich Bauer zeigt sich erschüttert: „Was wollen wir als Gesellschaft denn noch? Die Menschen sind in Arbeit, bestens integriert, beliebt bei Nachbarn und Arbeitgebern. Und trotzdem werden sie nächtens aus ihren Betten geholt und abgeschoben. Das ist reine Willkür und da läuft etwas fundamental schief!“ Zudem verstoße diese Praxis gegen das Versprechen der Koalition, auf Grundrechtsverletzungen bei Abschiebungen zu verzichten und das Kindeswohl zu berücksichtigen. 

Auch Abschiebungen nach Afghanistan seien derzeit inhuman. „Die Diakonie Deutschland hat eine Studie vorgelegt, woraus detailliert hervorgeht, was abgeschobenen Afghanen droht.  Daraus müssen endlich die nötigen politischen Konsequenzen gezogen werden. Wir können nicht andauernd anderen Staaten menschenrechtsverletzende Praktiken vorwerfen und selbst mit einer inhumanen und willkürlichen Abschiebepraxis Menschenrechte verletzen!“

Hintergrund: Die Studie "Erfahrungen und Perspektiven abgeschobener Afghanen im Kontext aktueller politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen Afghanistans" sowie Fallbeispiele. ist im Auftrag der Diakonie Deutschland, Brot für die Welt und der Diakonie Hessen entstanden. Die Untersuchung basiert auf einer mehrjährigen Forschung und dokumentiert die Erfahrungen von 113 der 908 zwischen Dezember 2016 und März 2020 aus Deutschland abgeschobenen Afghanen. 


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