04.01.2021

Im Lockdown fehlt das schulische Mittagessen

 

Diakonie Sachsen fordert, Essensgeld für bedürftige Kinder direkt auszuzahlen

Schon seit Wochen fällt für Kinder aus bedürftigen Elternhäusern wieder das kostenlose Mittagessen in Schulen und Kitas aus. Und ein Ende ist nicht abzusehen, da auch die nächsten Wochen Kitas und Schulen weitestgehend geschlossen bleiben werden. Die Diakonie Sachsen fordert daher einen sofortigen direkten finanziellen Ausgleich für die Kinder und deren Familien. „Kinder müssen auch dann zu Mittag essen, wenn sie nicht in Kita oder Schule sind. Die Eltern können die Mehrkosten für eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder aus dem ohnehin schon viel zu niedrigen Regelsatz nicht aufbringen und Erspartes haben sie nicht. Die Folgen: An anderer Stelle muss noch mehr gespart werden und die Ernährung ist unzureichend. Es kann nicht sein, dass die Mittel für das Mittagessen auf Kosten bedürftiger Kinder einfach eingespart werden. Sie haben darauf einen Rechtsanspruch. Wir fordern, den Eltern sofort unbürokratisch einen Zuschuss zu überweisen in
Höhe der monatlich eingesparten Gelder. Das sind pro Kind etwa 80 Euro“, sagt Diakonie-Chef Bauer.

Hintergrund: Die gesetzlichen Regelungen sehen zwar vor, dass bei einem Corona-bedingten Ausfall des Präsenzunterrichts die Familien nicht das Essensgeld bekommen, sondern das Essen an die Kinder nach Hause geliefert wird. Doch diese Regelung geht völlig an der Realität vorbei und klappt nicht, weil Schul-Caterer Kinder in aller Regel nicht einzeln zu Hause beliefern. Das Schulessen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket erreicht daher viele bedürftige Kinder nicht mehr, obwohl diese auch zuhause eine warme Mahlzeit dringend bräuchten. Das Bildungs- und Teilhabepaket ist in der Verantwortung der Länder.


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