Nächstenliebe eine Stimme geben
Positionen der Diakonie Sachsen
Wir sehen uns als Diakonie Sachsen aufgefordert, unsere Haltung öffentlich zu zeigen. Sie beruht auf unserem christlich-diakonischem Selbstverständnis.
Deutschland ist ein vielfältiges und weltoffenes Land mit einer demokratischen Staatsverfassung. Dies gilt es zu bewahren und weiterzuentwickeln. Demokratisches und zivilgesellschaftliches Engagement sind Grundpfeiler unserer Demokratie.
Unser Leben unterliegt sichtbaren Veränderungen. Dabei sind die Reaktionen auf krisenhafte Entwicklungen und Herausforderungen unserer Zeit sehr unterschiedlich. Die falsche Erwartung, dass die Politik schnelle und vor allem einfache Lösungen bietet, führt in Teilen der Gesellschaft zur Verachtung und Infragestellung des politischen Systems.
Extremismus, Hass und Hetze durch populistische Bewegungen und Parteien sowie Gewaltbereitschaft nehmen zu. Weltweit ist die so kostbare rechtsstaatliche und liberale Demokratie von innen und außen bedroht.
In dieser Situation stehen wir in der Verantwortung, unsere Demokratie zu schützen und zu bewahren. Aus unserer Sicht braucht es in den aktuellen Diskussionen mehr Ehrlichkeit und Transparenz. Unser Leben, unsere Gesellschaft und auch unsere Lebensstandards werden sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ändern. Es muss uns gelingen, diese Veränderungen als Gesellschaft gemeinsam anzunehmen und zu gestalten.
Als Diakonie Sachsen sind wir dabei eine wichtige Konstante: Wir begleiten, bilden und unterstützen Menschen auf ihrem Lebensweg.
Wir freuen uns, wenn auch Sie sich unseren Positionen mit Ihrer Unterschrift anschließen.
Die Diakonie Sachsen steht für die Gleichwertigkeit unterschiedlicher Lebensentwürfe ein.
Wir setzen uns für die freie Entfaltung der Persönlichkeit ein. Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild. Menschen gestalten ihr Leben unterschiedlich. Wir sind dankbar, in einer Zeit und in einer Gesellschaft zu leben, die das ermöglicht. Lebensentwürfe dürfen nicht dazu benutzt werden, Menschen herabzusetzen, auszugrenzen und gegeneinander auszuspielen. Ein achtsamer Umgang in Worten und Handlungen fördert den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Wir arbeiten leidenschaftlich dafür.
Die Diakonie Sachsen gestaltet aktiv die Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft mit
Es gehört zur Grundlage diakonischer Arbeit, den einzelnen Menschen zu sehen. Neben dieser Hilfe im Einzelfall treten wir öffentlich für Menschenrechte, Würde, Selbstbestimmung sowie Partizipation und Teilhabe von Menschen in besonderen Lebenslagen ein. Dieses solidarische und sozial-anwaltschaftliche Handeln gehört zu unserem Selbstverständnis.
Menschen mit Armutserfahrung, Behinderung, Migrationsgeschichte sowie Kinder und junge Menschen sind in allen politischen Gremien unterrepräsentiert. Die Diakonie Sachsen wirkt durch anwaltschaftliches Handeln und Lobbyarbeit darauf hin, unterschiedliche Interessen und Perspektiven in Gremien zur Sprache zu bringen. Inklusion ist ein grundlegendes Prinzip einer gerechten Gesellschaft.
Die Diakonie Sachsen fordert die Verteilungsgerechtigkeit, die unser Sozialstaat braucht.
Deutschland ist ein reiches Land. Allerdings sind die finanziellen Ressourcen sehr unterschiedlich verteilt. Es braucht gesetzliche Regelungen und den politischen Willen, ein Leben jenseits von Armut für alle zu ermöglichen. Um möglichst allen gerecht zu werden, muss die Frage nach Gerechtigkeit und Verteilung immer wieder neu geklärt werden. Deshalb braucht es Menschen, die für diejenigen eintreten, die aufgrund ihrer Lebenslage nicht für sich selbst sprechen können oder kein Gehör finden. Dieser Herausforderung stellen wir uns als Diakonie Sachsen.
Die Diakonie Sachsen unterstützt die Aufnahme von Asylsuchenden.
Asyl ist ein Grundrecht. Die individuelle Prüfung der Asylgründe ist ein hohes Gut, das es zu bewahren gilt. Die europäischen Außengrenzen für Schutzsuchende zu schließen, ist keine mit dem Evangelium und den Menschenrechten zu vereinbarende Lösung. Statt einer politischen Instrumentalisierung der Asyldebatte, setzen wir auf eine wissenschaftlich fundierte und faktenbasierte Diskussion. Wir treten für gleichberechtigte Teilhabe und gegenseitigen Respekt ein. Minderheitenschutz, Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit sind für uns nicht verhandelbar.
Die Diakonie Sachsen ist sich bewusst, dass Deutschland Zuwanderung braucht.
Wer Deutschland als sein neues Heimatland wählt, braucht aktive Unterstützung bei der Integration und den Willen, sich in unsere Gesellschaft einzubringen. Wirtschaftliche Gründe rechtfertigen kein Asyl, können aber eine gute Motivation für die dringend gebrauchte Zuwanderung sein. Die Diakonie Sachsen setzt sich dafür ein, die politischen Rahmenbedingungen für einen gelingenden Integrationsprozess nachhaltig zu verbessern. Der mit der zunehmenden Migration verbundene gesellschaftliche Wandel vollzieht sich nicht lautlos. Es ist entscheidend, Probleme offen zu benennen und Veränderungen gemeinsam anzunehmen und zu gestalten. Der Beitrag, den Migrantinnen und Migranten dabei leisten, muss gesehen und anerkannt werden.
Die Diakonie Sachsen tritt für eine Gleichbehandlung aller Geschlechter ein.
Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität benachteiligt, diskriminiert oder ausgegrenzt werden. Als Arbeitgeberin und Mitarbeitende wirken wir darauf hin, die tatsächliche Gleichstellung aller Geschlechter zu erreichen. Ziel ist es auch, die Vereinbarkeit von Beruf und persönlicher Lebensgestaltung zu verbessern und die diakonische Organisationskultur nachhaltig zu verändern.
Die Diakonie Sachsen setzt sich für eine lebensfähige und lebenswerte Welt für künftige Generationen ein.
Der Klimawandel ist die größte Herausforderung vor der wir als gesamte Menschheit stehen. Dabei dürfen Fragen des Klimaschutzes nicht gegen Fragen der sozialen Gerechtigkeit ausgespielt werden.
Umweltschutz ist Aufgabe aller Menschen. Als Christinnen und Christen stehen wir in der Verantwortung vor der Schöpfung, unserer Erde und den künftigen Generationen. Wir sind der Überzeugung, dass Gott uns einen großen Gestaltungsraum überlassen hat und ihm auch heilsame Grenzen setzt. Diese sind mit Blick auf die Würde des Menschen und dem Raubbau an den natürlichen Ressourcen unseres Planenten in vielfältiger Weise verletzt worden. Wir, die über ausreichend Ressourcen verfügen, müssen lernen, uns selbst zu begrenzen und diese anderen zur Verfügung zu stellen.
Als wichtiger und großer Teil der Sozialwirtschaft in Sachsen sehen wir uns in der Pflicht, den ökologischen Fußabdruck unserer eigenen Einrichtungen und Dienste zu reduzieren.

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