Ein gelungenes Praxisbeispiel: GemeindeKinderGARTEN

 

... so steht es am Eingang zum ehemaligen Wäscheplatz der evangelischen Kirchgemeinde in Dresden-Johannstadt. Auf Initiative von Familien aus der Gemeinde wurde dort während des letzten halben Jahres ein Gemeinschaftsgarten angelegt.

Auf dem einst unansehnlichen Grundstück blühen jetzt die Sonnenblumen, wachsen Kürbisse und sogar einige Getreidearten. Zum Schulanfang haben die Erstklässler einen Apfelbaum gepflanzt. Es gibt ein Insektenhotel, eine „Samentauschbörse“, einen kleinen Freisitz mit Dach. All dies wurde hauptsächlich von Ehrenamtlichen (an-)gebaut. Finanzielle Hilfen gab es von der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden, dem auf dem gleichen Grundstück im Gemeindehaus untergebrachten Johannes-Kindergarten und auch vom Stadtteil. Denn der Garten ist offen für alle, auf einen Zaun wurde bewusst verzichtet.

Von Anfang an unterstützten Kirchgemeinde und Kindergarten die Idee. „Wir haben gleich die Möglichkeiten gesehen, die so ein Projekt bietet“ meint Anne Lauterbach, Leiterin des Kindergartens. „Unsere Kinder können hier sehen und erleben, wo die Lebensmittel herkommen, wie alles wächst und Pflege braucht.“ Morgenkreise im Freien, ein Erntedankfest mit selbstgeerntetem Gemüse, das Leben in und mit der Schöpfung – all dies lässt sich nun ohne großen Aufwand verwirklichen. Während des Corona-Lockdowns war der Garten einer der Räume, wo Gemeinschaft – im Freien und auf Abstand – möglich war. „Die Familien haben sich verabredet und mit den Arbeiten abgewechselt“ erzählt Anne Lauterbach.

Auch Pfarrer Tobias Funke freut sich: „Kirche bekommt hier im Stadtteil durch den Garten nochmal ein anderes Bild.“ Oft kommt es vor, dass Passanten stehenbleiben und nachfragen. So ergeben sich gute Gespräche über Nachhaltigkeit und auch über den Glauben. „Uns als Gemeinde ist es wichtig, auch außerhalb der Gottesdienste Orte der Begegnung zu schaffen.“ Der Garten ist so ein Ort. Erst kürzlich hat Tobias Funke dort ein Trauergespräch geführt, inmitten des Wachsens und Vergehens in der Natur.

Die konzeptionellen Überlegungen wuchsen mit dem Garten. Wie kann der Garten gemeindliches Leben unterstützen? Wie können Kita und Gemeinde noch enger verknüpft werden? Wo gibt es Bezugspunkte zu dem anderen wichtigen Vorhaben der Kirchgemeinde – „anders wachsen“? Diese – von Tobias Funke mitbegründete - Initiative setzt sich für nachhaltige Formen des Wirtschaftens, für Entschleunigung und Genügsamkeit ein. Anders wachsen eben. Die eigens dafür angestellte Theologin Juliane Assmann begleitet das Projekt für die nächsten 3 Jahre. So plant die Gemeinde bereits die nächsten Schritte: Eine „Generationenrikscha“ gibt es schon, über ein papierloses Büro wird in der Verwaltung des Kindergartens konkret nachgedacht und der überdachte Freisitz im angelegten Garten verwandelt sich vielleicht schon bald in den Stall für das Krippenspiel zu Weihnachten.

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