Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit

Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) ist ein Bildungsort für Kinder und Jugendliche. Er bietet Raum für Begegnung und Potentialentwicklung, unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung und bietet Gelegenheit für die Auseinandersetzung mit sich und anderen. Die Strukturen und Angebote der Offenen und Mobilen Kinder- und Jugendarbeit sind inklusiv ausgerichtet und sollen Benachteiligung verhindern. Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit nutzt die Methoden der Sozialen Arbeit, Einzel-, Gruppen- und Gemeinwesenarbeit.

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Jugendpolitische Sommerreise der BAG EJSA am 15. Juni 2026 gemeinsam mit der Evangelischen Jugend in Sachsen und der Diakonie Sachsen

„An die Leute, die kommen und sich das anhören: Ich würde mir das echt wünschen, wenn Ihr Euch das zu Herzen nehmt und Euch auch wirklich Gedanken darüber macht und auch wirklich die Sicht der Jugendlichen hört!“

So endet der Audio- Beitrag eines Jugendlichen aus dem Offenen Jugendtreff „JIL“ der Kirchgemeinde Dresden-Laurentius. Er hat ihn aufgenommen anlässlich unserer jugendpolitischen Sommerreise am 15. Juni, die wir gemeinsam mit der BAG EJSA und der Diakonie Sachsen an zwei sozialdiakonische Orte für Kinder und Jugendliche unternommen haben. Dabei wurden wir begleitet durch die Sächsische Kinder- und Jugendbeauftragte Susann Rüthrich und durch Felix Hitzig, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Landesjugendhilfeausschusses. Der Offene Jugendtreff „JiL“ ist genau genommen ein Tonstudio. An diesem Ort können sich Jugendliche mit ihren Peers treffen und ohne Leistungsdruck einfach „da sein“. Eindrücklich erzählt der Jugendliche aus dem Audio-Beitrag, was ihm dieser Ort bedeutet: „Und wenn Du dann einfach einen Ort hast, wo Du auch Leute findest, die ähnlich sind wie Du oder gleich sind wie Du, dann fühlst Du Dich nicht so alleine und fühlst Dich nicht so verloren und so allein mit Deinen Problemen. Bist halt hier wieder mit Menschen, die Dich verstehen können.“. Und so verwundert es nicht, dass derselbe Jugendliche fordert, dass Orte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit weiterhin offengehalten werden müssen. Denn sie sind Freiräume, an dem junge Menschen Anschluss finden, die Halt geben und einen Rückzugsort ermöglichen. Auch die abschließenden Worte, die der Landtagsabgeordnete Felix Hitzig an die Mitarbeitenden des Offenen Treffs richtet, machen Mut: „Ich habe Ihr Arbeitsfeld auf dem Schirm!“.

Begonnen hat unsere kleine Sommerreise an diesem Montag jedoch an einem anderen Ort in Dresden: am Gymnasium Bürgerwiese. Genauer genommen im Proberaum der Schule, in der sich bereits zwei Schüler:innensprecher, der Schulleiter und die Schulsozialarbeiterinnen der Evangelischen Jugend Dresden einfanden. Die zwei Schüler:innenvertreter machten im Gespräch deutlich, das die Angebote der Schulsozialarbeit ein wichtiger Teil im Alltag an der Schule sind, für die es lohnt, sich stark zu machen. Und genau das haben junge Menschen vor ein paar Monaten getan als die finanzielle Förderung der Schulsozialarbeit an ihrer Schule wegfallen sollte. Als der Schulleiter, Jens Reichel, und die Schulsozialarbeiterin Christin Goldammer erzählen, wird deutlich, was es an Schule braucht, damit Schulsozialarbeit am Lebens- und Lernort Schule tatsächlich wirken kann. Es braucht multiprofessionelle Teams, die die jungen Menschen an ihrer Schule kennen und nicht erst in der Krise entstehen. Dafür braucht es von allen Seiten Verständnis für die jeweilige Profession und daran wird am Gymnasium Bürgerwiese fleißig gearbeitet, so der Schulleiter Jens Reichel. Die Sächsische Kinder- und Jugendbeauftragte verdeutliche zudem, dass es durch Schulsozialarbeit beides benötigt, Angebote für Freiräume und Unterstützungsangebote gleichermaßen. Und, junge Menschen müssen die Erfahrungen machen dürfen, dass ihre Stimme gehört wird.

Fachstandards der Sozialdiakonischen Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen

Die sozialdiakonische Kinder- und Jugendarbeit ist ein großartiges Arbeitsfeld mit vielen Chancen und Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, sich zu erfahren, auszuprobieren und Verantwortung zu übernehmen. Sie gibt Raum für Fragen der Spiritualität und des christlichen Glaubens. Für die Fachkräfte ist es ein hochanspruchsvolles und komplexes pädagogisches Handlungsfeld.
Mit den vorliegenden Fachstandards der Sozialdiakonischen Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen in den Handlungsfeldern Offen, Mobil, Schulbezogen und Schulsozialarbeit unterstützt die LAG Sozialdiakonische Kinder- und Jugendarbeit Trägerverantwortliche und Fachkräfte die Arbeit vor Ort zu sichern und weiterzuentwickeln sowie Einfluss auf die Rahmenbedingungen für die sozialdiakonischen Handlungsfelder in Kirche und Gesellschaft zu nehmen. Die Fachstandards sollen Fachkräfte und Trägerverantwortliche ermutigen, mit den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe im Dialog zu bleiben, um die fachliche Weiterentwicklung voranzubringen.