ZEIT HABEN ODER VERLIEREN ...

 

27. März 2020 ... ein diakonisches Wort zur Tag von Christine Rösch

Viele von uns fühlen sich gehetzt. Da ist scheinbar keine Chance, selbstbestimmt mit den Stunden umzugehen. Immerzu wird etwas gefordert, im Stundentakt gibt’s neue Bestimmungen für ein ganzes Land. Bei anderen vergeht die Zeit gar nicht oder nur quälend. Es ist kein Mensch da, der mich ermutigt oder motiviert, der tröstet oder die still geweinten Tränen sieht. Beides tut weh, es schmerzt richtig. Wie immer, wenn die Kraft zu schwinden droht. Davor haben beide Angst: die „Rotierenden“ genauso wie die, die ungeübt „still stehen müssen“. Ich wünsche Ihnen in den kommenden Tagen, dass Sie die Uhr einmal ablegen können. Dass die Tasse leer getrunken wird und Sie danach noch ein paar Minuten sitzen bleiben. Nehmen Sie die Brille ab und trauen Sie den alten Bildern: vom guten Hirten, von der Quelle, von einer beschützenden Mutter und der Gnade Gottes.

Mit der Hoffnung auf wohltuende stille Momente grüßt Sie Ihre Christine Rösch

Zeit haben

Wenn du etwas Schönes siehst, dann lass dir Zeit.
Wo etwas Heilendes geschieht, da bleib lange stehen.
Ein Zeitverschwender aber wirst du sein müssen, wenn jemand deine Liebe braucht, deine Hilfe oder deinen Trost.
Wo dir Trauer begegnet oder Leid, da ist es Zeit für viel Zeit. Denn die Zeit weitet sich, wo Wichtiges geschieht.
Am Ende wird kaum etwas Schöneres über dich gesagt werden können als: „Er – oder sie – hat Zeit für mich gehabt.“ Und das will heißen: Er hat ein Stück von sich für mich hingegeben.

Jörg Zink („Die goldene Schnur“, Kreuz-Verlag, Stuttgart)

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