MEIN TRAUM VON FREIHEIT ODER "LANG LEBE DIE KÖNIGIN" ...

 

29. April 2020 ... ein diakonisches Wort zum Tag von Christine Rösch

„Ich kann leben wie ein Bettler und auch wie ein König; mit allem bin ich vertraut. Ich kenne Sattsein und Hungern, ich kenne Mangel und Überfluss. Allem bin ich gewachsen, weil Christus mich stark macht.“ (Phil. 4, 12-13) Das sagt der Apostel Paulus, ein Vorbild der ersten Christen damals.

So souverän möchte ich auch mit meinen Lebensmöglichkeiten umgehen können. Jetzt erst recht, aber eben auch lebenslänglich. Dann wäre ich eine christliche Lebenskünstlerin. Es würde mich nicht mehr so viel Anstrengung kosten, unliebsame Lebensumstände zu akzeptieren. Gerade jetzt, wo ich immer noch ausprobiere, wie es unter „coronaren Umständen“ so geht. Und wie geht’s danach? Wovon will ich weniger haben und wovon mehr? Wo sollte ich mehr Disziplin zeigen und wo endlich aufhören, mich unter Druck setzen zu lassen. Aber mal ehrlich, sich zu wehren, kostet auch Kraft. Und dann bin ich ja auch noch gern höflich, wenn ich schon deutlich NEIN sage.

Es gibt einerseits so eine Opfer- und Entbehrungsethik, die kenne ich auch. „Das reicht aber jetzt: du bist doch schon satt.“ Oder „Kein Mensch braucht so viele Handtaschen!“ Sofort krieg ich ein schlechtes Gewissen.

Einerseits bin ich genervt, wenn immerzu etwas Neues konsumiert und erlebt werden soll. Zugleich fasziniert mich Neues. Ich möchte beides können: wie eine Bettlerin leben und wie ein Königin auch. Und ich werde meine innere Freiheit nach außen tragen; ausprobieren wie eine neue Handtasche. Wieso? Weil ich eine gemachte Frau bin, eine von Gott gemachte. Und ich bin immer noch lernfähig.

Z.B. beim nächsten erlaubten Schaufensterbummel mit geöffneten Läden daran denken, dass es gar nicht so sehr darum geht, was ich habe oder anhabe, sondern wer ich bin.

Auch was ich leiste ist nur momentan bedeutsam und daher besagt es wenig. Liebenswürdigkeit und Frohsinn, Geduld und Gottvertrauen haben nichts mit Leistung zu tun.

Ich darf ruhig auch in Zukunft anders sein, ich könnte mehr oder weniger haben als meine Nachbarn, fauler oder fleißiger sein.

Ich bin so frei, weil Gott mir meine innere Freiheit immer wieder schenkt. In diesen Tagen erst recht.

Nehmen Sie also Ihre innere Freiheit, die Gott Ihnen schenkt, ruhig in Anspruch - Ihre Christine Rösch


Und für heute Abend (20:15 Uhr ARD) passend zum Thema mein Film Tipp: „Lang lebe die Königin“, der große Abschied von Hannelore Elsner, denn sie konnte in ihren Filmen immer beides sein: die Bettlerin und eine Königin. https://www.evangelisch.de/inhalte/168981/29-04-2020/tv-tipp-2904-ard-2015-uhr-lang-lebe-die-koenigin

https://www.diakonie-sachsen.de/geistliches_leben_theologie_mein_traum_von_freiheit_oder_lang_lebe_die_koenigin_de.html