Diakonie Sachsen blickt auf Erfolge und aktuelle Herausforderungen der Freiwilligendienste.
Vor 15 Jahren wurde der Bundesfreiwilligendienst (BFD) als Antwort auf das Ende des Zivildienstes eingeführt. Heute ist der BFD ein fester Bestandteil des freiwilligen Engagements in Deutschland. Aus Sicht der Diakonie Sachsen zeigt das Jubiläum nicht nur, was gelungen ist, sondern auch, worauf es künftig ankommt.
Bundesfreiwilligendienst in Sachsen: Ein Gewinn für alle Beteiligten
„Freiwilligendienste sind ein Gewinn für alle Beteiligten: für die Engagierten selbst, für die Menschen in den Einrichtungen und für unsere Gesellschaft insgesamt. Sie schaffen Begegnung, stärken den Zusammenhalt und fördern demokratische Teilhabe“, so Susanne Wolf-Dechandt, Fachbereichsleitung Freiwilliges Soziales Engagement der Diakonie Sachsen.
Mit der Einführung des BFD im Jahr 2011 musste in kurzer Zeit ein neues Dienstformat aufgebaut werden. Träger, Einsatzstellen und Verbände haben diese Herausforderung bewältigt und aus ehemaligen Zivildienstplätzen vielfältige Einsatzmöglichkeiten für freiwilliges Engagement geschaffen. Heute tragen insbesondere zivilgesellschaftliche Organisationen den Erfolg der Freiwilligendienste.
Freiwilligendienste brauchen starke Träger vor Ort
Angesichts aktueller Debatten um Wehr- und Ersatzdienst warnt die Diakonie Sachsen davor, die Erfahrungen der vergangenen 15 Jahre zu ignorieren. Neue oder weiterentwickelte Dienstformate können aus Sicht der Diakonie Sachsen nur gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Trägern gelingen. Die gewachsenen Strukturen müssen in ihrer Vielfalt erhalten und gestärkt werden.
„Wer über neue Pflicht- oder Ersatzdienste nachdenkt, darf nicht bei staatlichen Verwaltungsstrukturen stehen bleiben. Freiwilliges Engagement lebt von Motivation, pädagogischer Begleitung und starken Trägern vor Ort. Diese Expertise muss in politische Entscheidungen einfließen“, sagt Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen.
Rund 2.800 Bundesfreiwillige engagieren sich in Sachsen
Rund 2.800 Menschen leisten derzeit in Sachsen einen Bundesfreiwilligendienst. Zusammen mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr, dem Freiwilligen Ökologischen Jahr und weiteren Formaten engagieren sich jährlich etwa 5.000 Menschen im Freistaat in einem Freiwilligendienst. Eine von ihnen ist Sarah Hesse, die ihren BFD seit September 2025 in den Wichern-Werkstätten der Diakonie Dresden in Freital leistet. „Durch den Bundesfreiwilligendienst habe ich unglaublich tolle Menschen kennengelernt und eine Menge Selbstvertrauen gewonnen. Es sollte den BFD auch in 15 Jahren noch geben, weil er Menschen die Chance bietet, sich beruflich zu orientieren und vielleicht auch mal etwas ganz Neues kennenzulernen,“ berichtet sie.
Für die Diakonie Sachsen bleibt entscheidend, dass Freiwilligendienste auch künftig verlässliche Rahmenbedingungen erhalten. Dazu zählen insbesondere eine stabile Finanzierung der pädagogischen Begleitung sowie starke hauptamtliche Strukturen, die Freiwillige unterstützen und Bildungsangebote sichern.
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