Diakonie Sachsen
Gründungsort der Diakonie in Sachsen

Geschichte

Ein tabellarischer Lebenslauf

Wichtige Daten zur Geschichte der Diakonie

1833

Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) gründet das Rauhe Haus in Hamburg als Rettungshaus für verwahrloste Kinder und Jugendliche und erste Ausbildungsstätte für Diakone.

1836

Theodor Fliedner (1800-1864) gründet in Kaiserswerth eine Ausbildungsstätte für Krankenpflegerinnen, die sich mit seiner Frau Friederike Fliedner (1800-1842) als Oberin zum ersten Diakonissenmutterhaus entwickelt.

1844

Wichern gibt die „Fliegenden Blätter aus dem Rauhen Hause“, die erste Zeitschrift der Inneren Mission, heraus.

1848

In seiner Rede am 22. September vor dem Wittenberger Kirchentag ruft Wichern zur Inneren Mission als Aufgabe der Kirche auf und initiiert die Gründung des „Central-Ausschusses für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche“.

1854

Wilhelm Löhe (1808-1872) gründet die Diakonissenanstalt Neuendettelsau.

1861

Die Kaiserswerter Generalkonferenz als internationaler Zusammenschluss aller Diakonissenmutterhäuser Kaiserswerther Prägung wird gegründet.

1867

Der „Ausschuss für Innere Mission der Ev.-Luth. Kirche im Königreich Sachsen“ wird in der Diakonissenanstalt Dresden gegründet.

1872

Die „Diakonen-Bildungsanstalt mit Rettungshaus“ in Obergorbitz bei Dresden, Vorläufer der Diakonenanstalt Moritzburg, wird gegründet.

1872

Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910) übernimmt die Leitung der 1867 als „Kolonie für Epileptiker“ bei Bielefeld gegründeten Anstalt „Bethel“.

1875

Sachsens erstes „Bethlehemstift“, Genesungsstätte für „sieche Kinder“ aus ärmlichen Verhältnissen, wird im Berghaus in Augustusbad eingerichtet.

1876

Die erste sächsische Gemeindediakonie in Zittau wird gegründet.

1883

Der erste Verein zum Blauen Kreuz in Deutschland (Bewegung gegen Alkoholmißbrauch) wird gegründet.

1884

Als Fürsorge für mittellose und arbeitsunfähige Wanderer kommt es zur ersten Verpflegestation und Arbeiterkolonie in Schneckengrün, daraus entwickeln sich die Arbeitervereine.

1886

Die erste Haushaltungsschule in Sachsen (Annastift) wird gegründet.

1889

Eva von Tiele-Winckler (1866-1930) begründet in Miechowitz (Schlesien) die gemeindeorientierte Kinderpflege. Im gleichen Jahr entsteht ein Jungfrauenverein in Bautzen.

1891

Für die Kellnerinnenfürsorge, die Bewahrung der Fabrikarbeiterinnen vor sittlichen Schäden und für „erstmalig Gefallene“ und deren Kinder bilden sich die „Marthastifte“.

1894

In Berlin gründet der Verein zur Fürsorge für die weibliche Jugend auf Veranlassung Johannes Burckhardts die erste Bahnhofsmission in Deutschland.

1913

Der Deutsche Gemeinschafts-Diakonieverband als Zusammenschluß der diakonischen Einrichtungen der Gemeinschaftsbewegung wird gegründet.

1920

Der Evangelische Reichserziehungsverband (EREV) als Vertretung evangelischer Fürsorgeerziehungsheime wird gegründet.

1924

Die „Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege“, in der die Innere Mission mit dem Deutschen Caritasverband (1897), dem Deutschen Roten Kreuz (1863), der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden (1917) und dem Fünften (später: Paritätischen) Wohlfahrtsverband zusammenarbeitete, wird gegründet; die Arbeiterwohlfahrt (1919) gehörte der Liga zunächst nicht an.

1927

Es entsteht die „Gerichtshilfe für Erwachsene“ im Rahmen der Inneren Mission Sachsens.

1933

Nach Erlaß des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ werden auch in Einrichtungen der Inneren Mission Zwangssterilisationen durchgeführt. Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für freiwilligen Arbeitsdienst wird aufgelöst. Der Vorstand des sächsischen Landesvereins für Innere Mission wird durch „führertreue“ Pfarrer umgebildet.

1937

Die Sammlungen der Inneren Mission werden eingestellt.

1939

Die Adoptionsvermittlungsstelle muß schließen.

1940-45

Geistig behinderte und psychisch kranke Bewohner von Heimen der Inneren Mission werden Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde. Epileptiker aus Kleinwachau werden nach Großschweidnitz und Arnsdorf verlegt und dort durch Einspritzungen oder den gezielten Hungertod umgebracht. Gleiches geschieht den Heimbewohnern von Großhennersdorf.

1945

Bei der Bombardierung Dresdens am 13. Februar wird die Geschäftsstelle des Landesverbandes zerstört. Die Geschäftsstelle zieht nach Radebeul.

Im Juni nehmen die ersten Bahnhofsmissionen wieder ihre Arbeit auf. Neben der Flüchtlings- und Heimkehrerbetreuung wird ein Suchdienst aufgebaut. Auch das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland wird in diesem Jahr auf Initiative von Theophil Wurm und Eugen Gerstenmaier gegründet. Allgemeine Nothilfe, Verteilung ausländischer Spenden und Kirchlicher Wiederaufbau stehen im Mittelpunkt der Arbeit.

1948

Einschneidend in diesem Jahr ist das von der Sowjetischen Militäradministration verfügte Verbot von Vereinen. Lediglich der Landesverein konnte bleiben, die Landeskirche bildete ein "Sondervermögen Innere Mission“, die Innere Mission wird eine selbständig arbeitende Abteilung des Landeskirchenamtes. Die Stadtmissionen (außer Leipzig, dort wird ein „Sondervermögen beim Kirchgemeindeverband“ gegründet) ordnen sich als „Zweigstellen“ ein.

1949

Das Louisenstift Königsbrück und das Kretzschmarstift Freiberg werden der Inneren Mission Sachsen zurückgegeben. Viele Heime waren zweckentfremdet und in unbenutzbaren Zustand. Um einige (wie Kleinwachau) gab es einen belastenden Kleinkrieg mit den Kommunen. Trotzdem hat sich die Zahl der Anstalten von 1946 bis 1958 versiebenfacht, die der Plätze verfünffacht. Nach dem Krieg entstehen neue Aufgaben, so die Bergarbeiterseelsorge (Wismut).

1953

Es häufen sich die Eingriffe des DDR-Staates, die Ausweitung der kirchlichen sozialen Arbeit wird gehemmt und behindert.

1956

Die Bahnhofsmissionen werden endgültig geschlossen. Als Grund gab man Spionage und Fluchthilfe an.

1957

Das Diakonisches Werke der EKD als Zusammenschluss von Central-Ausschuss für Innere Mission und Evangelischem Hilfswerk wird gegründet. Ebenso bildet sich die Diakonische Arbeitsgemeinschaft evangelischer Kirchen für die Zusammenarbeit evangelischer Freikirchen mit dem Diakonischen Werk der EKD.

1959

Die erste Aktion „Brot für die Welt“ erbringt 14,6 Millionen DM in der BRD, 4,1 Millionen Mark in der DDR.

1969

Die valutafinanzierten Bauprogramme der Kirchen und der Diakonie in der DDR beginnen.

1975

Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland bildet sich.

1990

Die Innere Mission Sachsens formiert sich neu als freier Wohlfahrtsverband.

1990/91

Die Diakonischen Werke in Ost- und Westdeutschland schließen sich zusammen.

Weiterführenden Informationen zur Geschichte der Diakonie finden Sie unter www.diakonie-geschichte.de

 
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