08.08.2018

Statt Pflichtjahr Freiwilligendienste attraktiver machen!

 

Sieben Jahre nach dem Aussetzen der allgemeinen Wehrpflicht hat die CDU die Debatte über eine allgemeine Dienstpflicht wieder angestoßen. Die Diakonie Sachsen setzt dagegen weiter auf das Prinzip der Freiwilligkeit und schlägt eine andere Strategie vor.

Tilmann Beyer, Leiter der Freiwilligendienste: „Wir haben in unseren Diensten und Einrichtungen fast durchweg sehr gute Erfahrungen mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr und dem Bundesfreiwilligendienst gemacht. Die jungen Menschen sind meist hochmotiviert und engagiert. Dabei ist sicherlich die Freiwilligkeit der entscheidende Punkt. Das muss aus unserer evangelisch diakonischen Sicht auch so bleiben! Denn es ist nach unserem Verständnis auch ein begleitetes Bildungsjahr. Erzwungene Dienste sind keine Dienste, die wir wollen. Denn Freiwilligkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind für uns konstitutiv.“

Jedes Jahr entscheiden sich Tausende junger Menschen in Sachsen für einen Freiwilligendienst.  Ca. 140 junge Menschen betreut und begleitet die Diakonie Sachsen während ihres Sozialen Jahres. „Es könnten noch mehr sein – aber die finanziellen Mittel sind begrenzt“, sagt Tilmann Beyer.  Und er schlägt vor: „Bevor wir jetzt einen solch schwerwiegenden Eingriff in die persönliche Freiheit junger Menschen diskutieren, wäre es viel sinnvoller zu überlegen, wie man die bestehenden Freiwilligendienste attraktiver gestalten könnte. Und da wäre vieles denkbar: Großzügigere Zeiten beim Warten auf einen Studienplatz anzurechnen, eine bessere Förderung der Taschengelder und der pädagogischen Begleitung, die Übernahme der Fahrkosten oder noch besser eine Art Semesterticket für das jeweilige Bundesland …“

Weitere Informationen: Tilmann Beyer, Tel.: 0351/8315-123.


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