Kunst trotz(t) Ausgrenzung

 

Ein ungewöhnliches Kunstprojekt setzt in Chemnitz Zeichen gegen Ausgrenzung

Unter dem Titel "Kunst trotz(t) Ausgrenzung" wird sich eine Ausstellung in Chemnitz mit Beiträgen namhafter Künstler gegen Fremdenfeindlichkeit und alle Formen von Ausgrenzung wenden. Die Wanderausstellung der Diakonie, die mit der Station in Chemnitz erstmals in Ostdeutschland zu sehen sein wird, richtet sich gegen aktuelle Entwicklungen in Deutschland und Europa. Die mehr als 50 Künstlerinnen und Künstler positionieren sich mit ihren über 200 Exponaten eindeutig gegen Ideologien von angeblicher Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen. Die Zusammenstellung spricht eine deutliche Sprache.
Kurator Andreas Pitz, der sie im Auftrag der Diakonie Deutschland zusammengetragen hat, kritisiert, dass Parolen gegen Menschen am Rande der Gesellschaft heute wieder offen geäußert würden. „In den letzten Jahren haben rechtspopulistische Bewegungen einen enormen Aufschwung erlebt. Die Ablehnung demokratischer Grundwerte nimmt deutlich zu. Rechte Parolen und völkische Ideologien sind hoffähig geworden. Angesichts dieser Entwicklung habe ich den Auftrag der Diakonie Deutschland, eine Ausstellung zu kuratieren, die sich Ausgrenzungstendenzen entgegenstellt, gerne angenommen. Zeitgenössische Kunst ist ein ideales Medium, gesellschaftlich relevante Themen in der Öffentlichkeit aus einer neuen Perspektive in den Blick zu nehmen und in die Mitte der Gesellschaft zu tragen“, schreibt Kurator Pilz in seiner Einführung zur Ausstellung.
Unter den Künstlern befinden sich so bekannte Namen wie Christo, Günther Grass, Klaus Staeck oder Wolfgang Niedecken.
Zu sehen sein wird auch das von dem Grafiker Klaus Staeck vor 24 Jahren aus Anlass der rechtsradikalen Brandanschläge in Hoyerswerda initiierte Projekt "Flagge zeigen".
Die Münchener Künstlerin Sibylle Loew stickte unter dem Titel "Einwanderung" insgesamt 61 Porträts von Menschen, die zum Teil schon vor Jahrzehnten aus unterschiedlichen Regionen nach Deutschland kamen. Unter dem Titel "Auf Augenhöhe" fertigte der Berliner Bildhauer Harald Birck Tonbüsten von obdachlosen Menschen an. Sie zeigen, wie Ausgegrenzte durch Kunst wieder wahr- und ernstgenommen werden. Der Fotograf Klaus G. Kohn hat sieben großformatige Portraits aus seiner Serie Credo beigesteuert. Gezeigt werden Menschen, die sich in Haltung, Kleidung und auch Denkweisen unterscheiden. Sie treten mit den Betrachtenden in einen Dialog und stehen für Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Seine Fotografien fassen „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ weit: Es geht auch um die gesellschaftliche Ausgrenzung durch bloßes Anderssein.
Als nötige Zeitansage und ein Bekenntnis zu einer vielfältigen und inklusiven Gesellschaft, die von Werten der Toleranz und Solidarität bestimmt werde, wertet Dietrich Bauer, Chef der Diakonie Sachsen, die Schau. „Dass wir als Ausstellungsort Chemnitz gewählt haben, war lange vor den Ereignissen, für die der Name Chemnitz jetzt leider steht. Wir wollen mit dieser Ausstellung daher ein Zeichen dafür setzen, dass in Chemnitz auch Weltoffenheit, Toleranz und Respekt gelebte Wirklichkeit ist.“  Zur Ausstellung ist ein Rahmenprogramm mit vielen Veranstaltungen vorgesehen.

Die Ausstellung ist vom 12. März bis zum 1. Mai 2019 im Wirkbau Chemnitz, Erdgeschoß Haus D, Lothringer Str. 11, 09120 Chemnitz zu sehen.

In den Kunstsammlungen Chemnitz (Theaterplatz 1) sind Druckgrafiken aus der Serie „Flagge zeigen“ der Edition Staeck zu sehen.

Termine zum Vormerken

  • Preview für Medienvertreter mit anwesenden Künstlern und Kurator Andreas Pitz: Freitag, 8. März 2019, 10 Uhr
  • Vernissage: Montag, 11. März 2018, 18 Uhr

Weitere Informationen: www.kunst-trotzt-ausgrenzung.de


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