Diakonie Sachsen
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17.07.2014 | Immer öfter gesucht: Vertrauen, Entlastung und Lösungen für Notlagen

Lebenslagenerhebung 2014 der KirchenBezirksSozialarbeit liegt vor

„Es kann manchmal schon entlasten, wenn jemand mal wirklich zuhört und nicht immer nur Teilaspekte einer problematischen Lebenslage zur Sprache kommen dürfen, wie beispielsweise bei Ämtern und Behörden. Ungeteilte Aufmerksamkeit, entlastende Angebote und weiterführende Hilfen machen die KirchenBezirksSozialarbeit attraktiv für Menschen, die Unterstützung, Rat und Hilfe suchen. Und das werden immer mehr.“

Rotraud Kießling, zuständige Referentin der KirchenBezirksSozialarbeit (KBS) bei der Diakonie Sachsen, legt auch in diesem Jahr wieder die Lebenslagenerhebung der 30 Fachstellen vor. Demnach wurden 4.333 Hilfesuchende statistisch erfasst (Vorjahr: 3.718). „Die Beratungsinhalte zeigen, worunter Menschen leiden und welche Sorgen und Nöte sie bedrängen. Wenn scheinbar individuelle Probleme in gehäufter Form auftreten, verweisen sie auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen.“ Als Beispiel nennt sie massive materielle Existenzsorgen von Menschen, die Grundsicherungsleistungen erhalten aber nicht ausreichend sind, um das Existenzminimum zu sichern oder die so wenig verdienen, dass sie mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken müssen. Besonders eng miteinander verwoben seien die Beratungsinhalte gesundheitliche Belastungen und Einkommenssicherung. “Hier zeigen sich zwei Trends: Dauerhafte Armut macht krank und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind nicht geeignet, Armut zu überwinden.“

Viele der Erkrankungen entstehen nach den Erfahrungen der Beraterinnen und Berater durch Überlastungen im Alltag, durch Zeitdruck und Stress. Mütter sind oft Mehrfachbelastungen ausgeliefert durch ihre Kinder, ihren Beruf und manchmal auch durch die Pflege ihrer Eltern. Häufig sind sie alleinerziehend und müssen daher die Last der Einkommenssicherung wie die der Familienarbeit und Erziehung ganz alleine schultern. Der vorliegende Bericht zeigt, dass sich in den vergangenen Jahren die Beratungszahlen der Mütter mit Erschöpfungssyndrom, Schlafstörungen, Angstzuständen oder akuter Belastungsreaktion deutlich erhöht haben. So stellten auch dieses Jahr wieder 1343 Frauen einen Kurantrag (Vorjahr 1152). „Manchmal hilft die Aussicht auf eine Auszeit von einem Alltag voller Sorgen schon weiter.“ Die KBS hält daher den Einsatz für Frauen und damit Familien nach wie vor für sehr wichtig und dringt darauf, Beratungskapazitäten für Mutter-Kind-/ Mütterkuren auch unabhängig von den Krankenkassen vorzuhalten und zu finanzieren.

Die KBS bietet ohne jede Zugangsbeschränkung eine erste allgemeine soziale und unabhängige Beratung und ein offenes Ohr. Für Menschen in komplexen Problemlagen übernehmen die Beraterinnen und Berater Lotsenfunktion, d.h. sie koordinieren Hilfemöglichkeiten und vermitteln an spezialisierte Beratungsstellen weiter. Die 30 Fachstellen sind gut erreichbar, arbeiten mittlerweile aber längst über der Kapazitätsgrenze. Jedes Diakonische Werk im Kirchenbezirk und jede Stadtmission hält eine Fachstelle

vor, z. T. mit Außenstellen. Nach wie vor sind die Beraterinnen und Berater auch Ansprechpartner für hochwasserbetroffene Menschen.

„Ein flächendeckendes Netz mit einer Allgemeinen Sozialen Beratung in Sachsen wäre notwendig. Es besteht auch ein Rechtsanspruch auf eine solche Beratung. Doch Kommunen und Landkreise kümmern sich nicht darum. Hier werden Kirche und Diakonie allein gelassen. Einzig der Landkreis Meißen refinanziert das Angebot,“ so Kießling abschließend.

Weitere Informationen: Rotraud Kießling, Offene Sozialarbeit, Tel.: 0351/8315-178.

Die Lebenslagenerhebung – Bericht 2014 – der KirchenBezirksSozialarbeit finden Sie als pdf-Datei im Anhang.

 
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