Diakonie Sachsen
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30.07.2014 | Das Freiwillige Soziale Jahr ist eine evangelische Erfindung!

60 Jahre Diakonisches Jahr und 50 Jahre FSJ – ein Erfolgsmodell von Kirche und Diakonie

Ob Freiwilliges Soziales Jahr oder Diakonisches Jahr, ob Jahrgang 1977, 1988 oder 1999: Das FSJ war immer ein besonderes Jahr mit vielen neuen Erfahrungen mit sich und anderen, viel Spaß und neuen Freundschaften – zumindest ergab das die „Spurensuche“, auf die sich 120 junge Menschen am diesjährigen Abschlußtag „ihres“ FSJ der Saison 2013/14 begaben. Mit fünf kurzen Präsentationen vergegenwärtigten sie Geschichte und Tradition der evangelischen Freiwilligendienste. In seinem persönlich an die jungen Leute überbrachten Dank erinnerte Diakonie-Chef Christian Schönfeld, dass dieses Bildungs- und Orientierungsjahr für junge Menschen ursprünglich ein Jahr ´für Gott und die Menschen´“ sein sollte.

„Es war ein diakonisches Jahr, zu dem vor 60 Jahren Hermann Dietzfelbinger, damaliger Leiter der Diakonie Neuendettelsau in Mittelfranken, junge Frauen aufforderte. Sie sollten `ein Jahr ihres Lebens für die Diakonie wagen`" – eine schöne Idee.“

Anlass sei der große, nachkriegsbedingte Mitarbeitermangel in diakonischen Einrichtungen gewesen. Doch der Aufruf zum "Diakonischen Jahr" sei schon damals nicht nur Ausdruck der Sorge gewesen, die sozialen Aufgaben nicht mehr ausreichend wahrnehmen zu können. „Von Anfang an war es erklärtermaßen auch Ziel, jungen Menschen (soziale) Bildung für ihre weitere Lebenspraxis zu vermitteln“, so Schönfeld.

Der Aufruf wurde damals gehört. In den ersten drei Jahren melden sich rund 250 Frauen freiwillig. Das Diakonische Jahr wird zum Renner und alle evangelischen Landes- und Freikirchen ziehen mit eigenen Programmen nach. Die katholische Kirche und viele andere Träger der sozialen Arbeit folgen dem Beispiel. Auch in der DDR entwickelt sich das Diakonische Jahr in kirchlicher Trägerschaft und bietet Christinnen und Christen im Staatssystem der DDR einen Freiraum zur Neuorientierung. Bei der Inneren Mission in Sachsen startet das Diakonische Jahr 1958.

Den großen rechtlichen Rahmen schafft in der Bundesrepublik das Gesetz zur Förderung eines Freiwilligen Sozialen Jahrs im Jahr 1964. 2011 verändert und erweitert die Einführung eines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) die Landschaft der Freiwilligendienste noch einmal deutlich. Heute sind allein bei den angeschlossenen evangelischen Freiwilligendiensten pro Jahr 13.000 Freiwillige im Einsatz (8.200 FSJ, 4.800 BFD). Bei der Diakonie Sachsen sind alljährlich ca. 100 FSJler im Einsatz.

„Freiwilligendienste haben sich in den letzten 60 Jahren zu einem wichtigen Bildungs- und Orientierungsprogramm für junge Menschen entwickelt. Das ist ein großartiger Erfolg. Andererseits nimmt der wirtschaftliche Druck im Bereich der sozialen Dienste ständig zu. Daher ist es wichtig, Freiwilligendienste nicht zu verzwecken und ihre geistlichen Wurzeln nicht in Frage zu stellen“, ist Schönfeld überzeugt.

„Für mich persönlich ist es immer wieder beeindruckend, mit wie viel Engagement, Frische und Einfühlungsvermögen diese jungen Menschen ihre Arbeit tun. Viele der jungen Menschen, die das Freiwillige Soziale Jahr absolvieren, ergreifen auch hinterher einen sozialen Beruf.“

 
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