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20.10.2014 | „Damit Bindung gelingt!” Diakonie und Caritas fordern bessere Bedingungen für Familien in Sachsen

Eine familienfreundlichere Sozialpolitik in Sachsen fordern der Diakonische Rat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen und der Caritasrat im Bistum Dresden-Meißen. Dem Thema Familie müsse die Politik zukünftig größere Aufmerksamkeit schenken, heißt es in einem gemeinsamen Papier der beiden großen christlichen Wohlfahrtsverbände in Sachsen, das nach einem gemeinsamen Treffen verabschiedet wurde. Diakonie und Caritas fordern insbesondere die Hilfen für einkommensarme und unterstützungsbedürftige Familien zu erweitern, zum Beispiel frühe, aufsuchende Hilfen und Beratung über einen längeren Zeitraum, Erziehungshilfen, den Ausbau der Kindertagestätten mit einem angemessen Personalschlüssel sowie der Schulsozialarbeit.

Die Familie sei die wichtigste Grundlage für das spätere Leben des Kindes, so Caritasdirektor Matthias Mitzscherlich. Familien seien die „Orte des Vertrauens und der Verlässlichkeit“, wo sich entscheide, ob das spätere Leben gelingt. „In der Familie werden die Grundprinzipien menschlichen Zusammenlebens vermittelt: Kein Mensch kann alleine leben. Vertrauen, Solidarität und Verantwortung werden gelebt und erlernt“, sagte Mitzscherlich. „ Eltern übernehmen für Kinder und Kinder übernehmen für Eltern Verantwortung: Familien sind Leistungsträger in einer Gesellschaft, die ein solidarisches und sozial gerechtes Zusammenleben ermöglichen will.“

Bestand der Familien gefährdet

Die Familie ist nach den Erfahrungen von Diakonie und Caritas die bevorzugteste Lebensform, ihr Bestand sei jedoch gefährdet. Die gesellschaftlichen Verhältnisse forderten von Paaren und Eltern einen immer größeren wirtschaftlichen und persönlichen Verzicht, die veränderte Lebens-und Arbeitswelt belaste die familialen Beziehungen. „Wieviel Flexibilität und existenzielle Sorgen um Einkommen, Arbeit und Gesundheit verträgt Bindung? Was machen Ausgrenzungserfahrungen, Scham und Ohnmacht mit Paaren und Eltern, die ihren Kindern aufgrund mangelnder materieller Ressourcen nicht die Lebensperspektiven bieten können, wie sie es eigentlich möchten?“, mahnt Christian Schönfeld, Chef der Diakonie Sachsen.

„Familie ist eben nicht nur Privatsache. Sie braucht auch einen gesellschaftlichen Rahmen, der sie unterstützt. Das muss mit einem Abbau sozialer Ungleichheit und einem `Mehr an Verwirklichungsgerechtigkeit´ einhergehen. Für Diakonie und Caritas bleibt die Familie die wichtigste Sozialisationsinstanz für Kinder und Jugendliche und verdient daher jede Unterstützung!“.

Diakonischer Rat und der Caritasrat sind die höchsten Gremien ihrer Verbände, in denen unter anderem sozialpolitische und ökonomische Entscheidungen getroffen werden. Nach 2009 und 2011 trafen sich die beiden Räte zum dritten Mal zu einer gemeinsamen Tagung. Diakonie und Caritas beschäftigen in Sachsen und Ostthüringen rund 25.000 hauptamtliche Mitarbeiter.

 
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