Diakonie Sachsen
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12.06.2014 | Beratung so wichtig wie nie – Bedarf weiter angestiegen

Integrierte familienorientierte Beratung der Diakonie Sachsen bewährt sich

„Unverzichtbar!“, „Jetzt geht es mir wieder besser!“ – Das sind Sätze, die die Beratenden diakonischer Beratungsstellen häufig hören. Denn der Bedarf an unterstützender Beratung und Begleitung nimmt immer weiter zu. Geschuldet ist dies gesellschaftlichen „Zerfallserscheinungen“ wie dem Brüchigwerden familiärer Netze, der weiter steigenden Ungleichverteilung von finanziellen Ressourcen und „Lebensperspektiven“, sowie einer zunehmenden Überforderung des Individuums durch übersteigerte Mobilitäts- und Flexibilitätsansprüche.

Das integrierte familienorientierte Beratungskonzept der Diakonie Sachsen hat sich in diesem Zusammenhang bewährt und sichert Ressourcen („Hilfen aus einer Hand“). So wurden die Angebote der

- Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung

- Familien- und Erziehungsberatung

- Partnerschafts- und Lebensberatung

auch im Jahr 2013 wieder in hohem Maße in Anspruch genommen. Insgesamt erreichten 33 Beratungsstellen in 19.471 Fällen (Vorjahr 18.582) mit 61.412 Gesprächen (Vorjahr 58.970) 28.724 Personen (Vorjahr: 27.027).

Beratungsstellen sind „Seismografen“ für gesellschaftliche Entwicklungen. Ratsuchende haben zunehmend mit sogenannten Multiproblemlagen (psychische Erkrankung eines oder beider Elternteile, Suchtmittelmissbrauch, Belastungen im Kontext von Trennung und Scheidung, Überforderung in der Arbeits- und Lebenswelt) zu kämpfen. Gleichzeitig stehen ihnen manchmal zu hohe Ansprüche an sich selbst, an Partner und Familie sowie an ihre Lebensqualität im Wege.

Den zunehmend komplexeren Problemlagen, die zeitaufwändig sind und einer Vernetzung mit anderen Angeboten bedürfen, stehen geringere finanzielle Mittel sowie zunehmende Erwartungen an neue Kooperationen und neue Aufgaben (Frühe Hilfen, Kindeswohl-Gefährdung, Kooperation mit Familiengerichten und Jugendämtern) gegenüber. Ein Schwerpunkt in der Präventionsarbeit ist es, bei Eltern die Pflege- und Erziehungskompetenz zu entwickeln und zu stärken.

In einer Beratung gehört und „angesehen“ zu werden, wird in einer beschleunigten und globalisierten Lebens-und Arbeitswelt zunehmend als „Freiraum“, als eine „Oase“ zur Entschleunigung, Reflexion, Strukturierung und Sinnsuche empfunden. Denn es können sich zwar viele Menschen gut an die beschleunigten und leistungsorientierten Systeme in Wirtschaft und Gesellschaft anpassen. Aber eben keineswegs alle. Sie benötigen zumindest für einen bestimmten Zeitraum Unterstützung und Begleitung.

In der Familien- und Erziehungsberatung ist Trennung und Scheidung ein Hauptgrund, um eine Beratung (37%) aufzusuchen, gefolgt von „Belastungen des jungen Menschen durch Konfliktlagen der Eltern“ (25%). Eine besondere Herausforderungen sind aufwändige Beratungen mit zum Teil hochstrittigen Elternteilen, die von Familiengerichten an die Beratungsstellen verwiesen werden, Fragen zum Sorge- und Umgangsrecht zu klären.

Schwangeren- und Schwangerschaftskonflitkberatungsstellen signalisieren einen hohen Bedarf an Unterstützung und Begleitung zur Sicherung (sozialrechtlicher) Ansprüche Schwangerer. Auch die Drogenproblematik (besonders Crystal) bei schwangeren Frauen nimmt zu.

In der Konfliktberatung wurde als Grund für einen Schwangerschaftsabbruch „psychische/physische Überforderung“ (42%), „zurzeit kein Kinderwunsch“ (41%) sowie „finanzielle Situation“ (38%) angeben (Mehrfachnennungen möglich). In den Beratungen zu Fragen von Schwangerschaft und Geburt war „finanzielle Situation“ (59%) und „familiäre Situation/Probleme“ (32%) der Anlass, eine Beratungsstelle aufzusuchen.

Partnerschaftsthemen sind häufigster Anlass eine Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Anspruch zu nehmen. Verstärkt suchen Personen über 55 Jahren eine Beratung, um ihre zum Teil langjährige Partnerschaft zu reflektieren und neu zu gestalten.

Über alle Beratungsbereiche hinweg stellen die Mitarbeitenden fest, dass psychische Erkrankungen/Störungen bei Ratsuchenden zunehmen. Besonders im ländlichen Raum übernehmen Psychologische Beratungsstellen Ersatzfunktion für fehlende Psychotherapieangebote bzw. überbrücken Wartezeiten vor einer Therapie oder Nachsorgeaufgaben nach einer Psychotherapie.

Weitere Informationen: Wilfried Jeutner, Tel.: 0351/8315-180.

 
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