Diakonie Sachsen

12.05.2014 | Aktionstag Altenpflege startet in Sachsen mit einer Landespressekonferenz

Die Situation in der Altenpflege ist kritisch: Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt, die Arbeit der Pflegekräfte wird zu wenig wertgeschätzt, pflegende Angehörige fühlen sich nicht ausreichend unterstützt, es werden dringend Fachkräfte für die Pflege gesucht, und die Finanzierung der Pflege ist absolut nicht ausreichend.

„Das Thema betrifft früher oder später jeden und es geht um unsere Zukunft. Ich halte die Pflege für genauso „systemrelevant“ wie die Banken, deren Rettungsschirme den Steuerzahler viele Milliarden gekostet haben. Wie wir in Zukunft mit pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen umgehen, wird darüber entscheiden, wie menschenfreundlich unsere Gesellschaft sein wird. Wir wissen ja, wie schwierig die Situation in der Altenpflege ist und wie sehr unsere Mitarbeitenden unter Druck stehen. Seit Jahren fordern wir bessere Rahmenbedingungen für eine würdevolle Pflege, eine gerechtere Finanzierung, mehr Entlastung der pflegenden Angehörigen und eine attraktive Ausbildung. Aber es passiert nichts Entscheidendes. Wir hier in Sachsen sind vom demographischen Wandel ganz besonders betroffen. Es gibt schon jetzt Pflegedienste, die nicht mehr alle Anfragen auf Unterstützung bewältigen können, weil einfach nicht genügend Personal zur Verfügung steht. Die Wartelisten der Heime sind lang. Wie soll das weitergehen? Jetzt muss endlich mal der berühmte „Ruck“ durch die Gesellschaft gehen – eine breite öffentliche und politische Diskussion, wie wir als Gesellschaft mit pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen umgehen wollen. Und die soll mit diesem bundesweiten Aktionstag der Diakonie angestossen werden“, erklärte OKR Christian Schönfeld, Chef der Diakonie Sachsen, im Rahmen der Pressekonferenz im Sächsischen Landtag das Motto des Aktionstages „Rettungspaket Altenpflege.“

Zudem fanden in Sachsen und bundesweit zentrale und lokale Aktionen der Diakonie statt. Vor Pflegeeinrichtungen, auf Marktplätzen, vor Rathäusern machten Dienste und Einrichtungen diakonischer Altenpflege mit Mauern aus Kartons, mit Protestzügen, auf Infomeilen oder in Diskussionsveranstaltungen auf die kritische Situation der Pflege aufmerksam. In jedem diakonischen Altenpflegeheim und ambulanten Pflegedienst wurden persönliche Forderungen von Mitarbeitenden, von pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen auf Postkarten gesammelt. Sie werden in den nächsten Tagen in tausenden von kleinen "Rettungspaketen" an den Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Berlin geschickt. Das erste dieser Rettungspakete mit den Forderungen von Mitarbeitenden der Diakonie übergab Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier in Berlin bereits an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe persönlich.

Die Aktion soll den politisch Verantwortlichen die Dringlichkeit der Situation klarmachen und eine breite Debatte entfachen.

 
Es gibt viele Möglichkeiten sich freiwilligen zu engagieren!

Ab sofort auch refugees welcome!

Beratung für Menschen in Wohnungsnot
Projekt und Kurs „Demokratiestifter”

Projekt und Kurs zum "Demokratiestifter in Sachsen"

Arbeit finanzieren, statt Arbeitslosigkeit

Evangelische Online-Beratung