Diakonie Sachsen

03.05.2013 | „Zusammen könnten wir viel erreichen” – Diakonie mahnt gemeinsame Strategie zur Inklusion an

Anlässlich des "Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" am 5. Mai wünscht sich Diakoniedirektor Christian Schönfeld ein klareres Bekenntnis zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen, wie sie die seit vier Jahren geltende UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht.

„Inklusion ist zunächst eine innere Haltung: Wie begegne ich ganz persönlich Menschen mit Behinderung? Zum anderen aber auch eine Frage der politischen und gesellschaftlichen Strukturen. Wie geht die Gesellschaft mit Menschen mit Behinderungen um? Ausgrenzend in Sonderwelten, oder von Anfang an dazugehörend? Hier vermisse ich ein klares Ziel: Ja, wir wollen Inklusion und wir werden die heute noch bestehenden Grenzen sowie politische, mentale und praktische Hindernisse peu à peu in die richtige Richtung verschieben.“

Bei einem Blick auf ihre Lebensrealität werde deutlich, dass zwischen dem rechtlichen Anspruch von Menschen mit Behinderung und der tatsächlichen Gleichstellung noch eine große Lücke klaffe. Große Probleme bestünden beispielsweise in den Bereichen Arbeit, inklusive Bildung, Schutz vor Gewalt, politische Mitwirkung, Barrierefreiheit oder gesundheitliche Versorgung.

Gerade diakonische Träger der Behindertenhilfe hätten aber besondere Chancen zu Inklusion, weil sie mit den Kirchgemeinden direkte Brücken in das Gemeinwesen vor Ort haben. „Hier passiert auch einiges und es gibt gute Vorbilder und Aktionen, wie Menschen mit Behinderungen ganz selbstverständlich dazugehören. Aber wir wollen auch die Menschen ansprechen, die in Politik und Gesellschaft Verantwortung tragen. Der Prozess der Inklusion braucht Führung und Verantwortung, wenn er voran kommen soll.“

In diesem Zusammenhang würdigt Schönfeld die Anstrengungen von Bund und Land, die Konvention umzusetzen und die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Politik und Verwaltung zu verankern. Zugleich kritisiert er aber auch, dass in Sachsen bisher keine Umsetzungsstrategie der UN-Behindertenkonvention geplant sei. „Ohne ein ambitioniertes planerisches und koordiniertes Vorgehen im Land ist eine erfolgreiche Umsetzung der Konvention nicht vorstellbar. Alles bleibt zufällig und dem Good-will Einzelner überlassen. Es ist für die Menschen vor Ort aber wichtig, dass sich mit einer umgesetzten Konvention auch konkrete Verbesserungen ergeben“, mahnt Schönfeld. Sachsen sei das einzige Bundesland, das vier Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention eine Umsetzungsstrategie noch nicht einmal geplant habe. „Die Diakonie Sachsen ist zur Mitarbeit bereit. Zusammen könnten wir viel erreichen.“

 
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