Diakonie Sachsen

06.05.2013 | „...und das soll schon Sucht sein?!”

Suchtprävention bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden

"Suchtprävention beginnt im Grunde schon in den Kinderschuhen - wer in seinen ersten Lebensjahren Geborgenheit und Zuwendung erfährt, entwickelt Urvertrauen und Zuversicht. Das stärkt ein Leben lang. Besonders wichtig ist aber auch die Zeit der Pubertät. Hier werden die Weichen nochmals gestellt, im späteren Leben ohne ein Ausweichen in die Sucht zurechtzukommen. Frühzeitige Aufklärung und die Stärkung der Lebenskompetenz in auf die Jugendlichen und ihre Peergroup zugeschnittenen Erfahrungs- und Erlebnisräumen sind hier richtig. Deshalb sind wir auch heute hier auf diesem Schulhof." Friedhelm Fürst, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Sachen, eröffnete heute pünktlich zur Mittagspause im Lessing-Gymnasium Döbeln die Früjahrssammlung der Diakonie Sachsen, die der Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen zugute kommen soll. Seit sieben Jahren kooperiert diese Schule bereits mit der diakonischen Suchtberatungsstelle in Döbeln.

Neben den bekannten stoffgebundenen Süchten wie Alkohol-, Nikotin- oder Crystal- und Heroinsucht gibt es auch verhaltensgebundene Süchte wie Computerspielen, Einkaufen, Ess- oder Magersucht. Auch ohne Drogen kann man süchtig werden und diese Süchte nehmen zu. Dabei entsteht Sucht nicht „von heute auf morgen”. Meist hat sie eine lange Vorgeschichte. Deshalb konzentriert sich Suchtvorbeugung auf die Ursachen und Warnzeichen und nicht auf die „Droge” selbst.

Fachliche Erkenntnisse belegen, dass eine gezielte und frühe Suchtprävention eine spätere Abhängigkeit tatsächlich verhindern kann.

Doch für Angebote der Suchtprävention bleibt den diakonischen Beratungsstellen nach der Personaleinsparung keine oder zu wenig Kapazität. Ebenso sind die Präventionsmöglichkeiten im Bereich Jugendhilfe durch die Kürzung der Jugendpauschale und die ausgedünnten Angebote der Jugendhilfe selbst geringer geworden. Dabei hat sich die Zahl der Jugendlichen und Heranwachsenden, die aufgrund einer Suchterkrankung eine diakonische Beratungsstelle aufsuchen, in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. In der Altersgruppe der 20-24- Jährigen waren es ebenfalls weit mehr als das Doppelte und bei den 25- bis 29-Jährigen sogar fast das Dreifache.

"Wir sehen es als eine Aufgabe von Kirche und Diakonie an, hier etwas zu tun und auch darauf hinzuweisen, dass Prävention nötig ist."

Aus diesem Grund sollen die Mittel der Frühjahrs-Straßensammlung der Diakonie dazu beitragen, das dringend notwendige Angebot der Prävention bei Kindern und Jugendlichen wieder zu verbessern.

Rund 1000 ehrenamtliche Sammlerinnen und Sammler werden sachsenweit bis zum 12. Mai 2013 unterwegs sein, um für diese wichtige Aufgabe um Spenden zu bitten.

 
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