Diakonie Sachsen

18.07.2013 | Spenden für den Wiederaufbau jetzt beantragen – für diejenigen, die es aus eigener Kraft nicht schaffen

„Beim ersten Hochwasser 2002 waren die Menschen schockiert. Dann haben sie in die Hände gespuckt und sich gesagt: Wir schaffen das. Diesmal ist es anders: Die Leute sind 11 Jahre älter, sitzen teilweise noch auf Altschulden und bekommen aus den unterschiedlichsten Gründen für den erneuten Wiederaufbau keine Kredite. Das sind teilweise ganz furchtbare Konstellationen. Viele Betroffene sind einfach nur noch deprimiert. Diesen Menschen wollen wir sowohl durch Begleitung und Beratung als auch mit Spenden unterstützen“, erläutert Friedhelm Fürst, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Sachsen, die Vorgehensweise der Diakonie bei der Vergabe von Spendenmitteln für den nun beginnenden Wiederaufbau.

Seit Dienstag können Flutbetroffene staatliche Zuschüsse für den Wiederaufbau ihrer Häuser und Wohnungen bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) beantragen. Bis zu 50 Prozent der Schäden an Immobilien werden ersetzt. „Aber diese 50 Prozent der anerkennungsfähigen Kosten werden nur dann ersetzt, wenn eine Gesamtfinanzierung steht. Die andere Hälfte der Schadenssumme muss als Eigenanteil abgesichert sein. Dieser Eigenanteil kann sich aus Versicherungsmitteln und Kreditmitteln zusammensetzen. Doch wer im Sinne der banküblichen Absicherungsstrategie durchs Raster fällt, weil er zu alt ist, oder zu wenig verdient, bekommt keinen Kredit mehr und braucht Spendenmittel“. Durch die Härtefallklausel der Richtlinie des Freistaates und durch Spenden soll diesem Personenkreis geholfen werden, ihren Anteil aufzubringen. Diese sogenannten Härtefälle können durch Lebensalter, Pflegefälle, Kleinkinder, Menschen mit Behinderung oder untere Einkommensgrenzen bedingt sein. „Alle diejenigen, die die Bedingungen der Wiederaufbaurichtlinie des Freistaates nicht erfüllen können und leer ausgehen würden, können einen Antrag auf Wiederaufbauhilfe bei den Mitarbeitenden der KirchenBezirksSozialarbeit stellen. Diese Anträge werden gemeinsam mit den Betroffenen ausgefüllt. Danach werden sie zentral von der Diakonie Katastrophenhilfe bearbeitet.

Das ist die Stärke der Diakonie: Dass sie einerseits durch ihre Strukturen vor Ort persönlichen Kontakt zu den betroffenen Menschen hat und andererseits durch eine zentrale Spendenbearbeitung effektiv, effizient und vor allen Dingen gerecht Spendenmittel vergeben kann,“ so Fürst weiter.

Die Diakonie Sachsen hat bisher für die vom Hochwasser betroffenen Menschen ca. 2, 5 Millionen Euro an Spenden erhalten. Rund 600 000 Euro erbrachten eine Landeskollekte der Ev.-luth. Kirchgemeinden, zahlreiche Einzelspenden sowie zur treuhänderischen Verwaltung zugeleitete Spendengelder eines Landkreises. Die von der Leipziger Volkszeitung/ Dresdner Neueste Nachrichten initiierte Leseraktion „Sachsen helfen Sachsen“ erbrachte stolze 1,3 Millionen Euro. Auch die BMW-group beteiligte sich mit einer Einzelspende von 185 000 Euro und das Gewandhausorchester Leipzig überwies die Einnahmen eines Benefizkonzertes (32 000 Euro). Weitere Hilfen werden vom Bundesverband Diakonie Katastrophenhilfe erwartet.

„Wir sind zusammen mit den betroffenen Menschen für diese Spenden sehr dankbar und werten sie als ein Zeichen der Solidarität, aber auch als ein Zeichen des Vertrauens. Bisher liegen der Diakonie Sachsen ca. 450 Anträge auf Haushaltsbeihilfe vor, ca. 460 000 Euro wurden bisher dazu ausbezahlt. Außerdem wurden 300 Trockengeräte verteilt, um auch Voraussetzungen für den nun beginnenden Wiederaufbau zu schaffen“, zählt Fürst die bisherigen Ausgaben auf.

Der kaufmännische Vorstand schätzt, dass im Bereich der Haushaltsbeihilfen keine weiteren Anträge folgen. „Sollte sich bei einer genaueren Prüfung herausstellen, dass die Betroffenen nicht mehr zahlungsfähig sind, sind weiterhin auch Sofortauszahlungen bis zu einer Höhe von 2.500 Euro möglich.“

 
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