Diakonie Sachsen

15.07.2013 | Mütter nach wie vor unter hohem Druck – Zahl der bewilligten Kuren steigt

KirchenBezirksSozialarbeit (KBS) ist eine erste Anlaufstelle für Menschen in Not und Bedrängnis. Daher sind die Fachstellen der Diakonie Sachsen derzeit zusätzlich auch Ansprechpartner für hochwasserbetroffene Menschen.

Die Fachstellen legen alljährlich einen Bericht über die Lebenslagen ihrer Klientinnen und Klienten vor. Der nun vorliegende Bericht für 2012 zeigt, dass sich in den vergangenen Jahren die Beratungszahlen der Mütter mit Erschöpfungssyndrom oder akuter Belastungsreaktion deutlich erhöht haben. Das ist aber nur eines der Ergebnisse der diesjährigen Lebenslagenerhebung.

Wie belastet Frauen in die Beratung kommen, zeigt nicht nur der stetige Anstieg der Gesundheitsthemen innerhalb der Jahre 2010-2012, sondern auch die Verdopplung der Kuranträge in diesem Zeitraum. Von 3718 beratenen Müttern stellten mehr als ein Drittel einen Kurantrag. Viele der Erkrankungen entstehen nach den Erfahrungen der Beraterinnen und Berater durch Überlastung im Alltag, durch Zeitdruck und Stress. Mütter sind oft mehrfach belastet durch ihre Kinder, ihren Beruf und manchmal auch durch die Pflege ihrer Eltern. Häufig sind sie allein erziehend und müssen daher die Last der Einkommenssicherung wie die der Familienarbeit und Erziehung ganz alleine schultern.

Die Fachstellen der KBS sind größtenteils vom Müttergenesungswerk anerkannte Beratungsstellen. Der deutliche Anstieg bei den Mutter-Kind-Kuren hängt auch mit dem Anfang 2012 in Kraft getretenen Regelungen zur Bewilligung von Vorsorgemaßnahmen, wie der neuen Begutachtungsrichtlinie zusammen. Der politische Druck auf die Krankenkassen, Kuren bedarfsgerechter zu bewilligen, zeigt damit endlich Wirkung. Zuvor hatten es Krankenkassen mit ihrem Antrags- und Bewilligungsverfahren Müttern schwer gemacht, Kuren zu erhalten. Die Folge waren drastisch sinkende Kur-Zahlen und hoch belastete Frauen ohne Aussicht auf eine Auszeit.

Doch der jahrelange Einsatz der KBS für die Rechte der Frauen hat sich gelohnt. Einerseits waren die mit Hilfe der KBS eingelegten Widersprüche gegen Kur-Ablehnungen für die Frauen die einzige Chance, doch noch eine Kur zu erhalten. Andererseits führte die hohe Zahl von

Widersprüchen bei den Kassen letztlich zum Umdenken. Die KBS hält daher den Einsatz für Frauen und damit Familien nach wie vor für sehr wichtig und dringt darauf, Beratungskapazitäten für Mutter-Kind-/ Mütterkuren auch unabhängig von den Krankenkassen vorzuhalten und zu finanzieren.

Die KBS bietet ohne jede Zugangsbeschränkung eine erste allgemeine soziale und unabhängige Beratung. Für Menschen in komplexen Problemlagen übernehmen die Beraterinnen und Berater Lotsenfunktion, d.h. sie koordinieren Hilfemöglichkeiten und vermitteln weiter an spezialisierte Beratungsstellen. Die Fachstellen sind gut erreichbar und entsprechend personell ausgestattet. So hält jedes Diakonische Werk im Kirchenbezirk und jede Stadtmission eine Fachstelle vor, z. T. mit Außenstellen.

In allen 30 Fachstellen wurden insgesamt im Jahr 2012 3.718 Hilfesuchende statistisch erfasst (Vorjahr: 3.655). Besonders eng miteinander verwoben sind die Beratungsinhalte gesundheitliche Belastungen und Einkommenssicherung. Hier zeigen sich zwei Trends: Dauerhafte Armut macht krank und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind nicht geeignet, Armut zu überwinden.

Weitere Informationen: Rotraud Kießling, Offene Sozialarbeit, Tel.: 0351/8315-178.

 
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