Diakonie Sachsen

07.08.2013 | Junge Menschen unter 25 im SGB II Bereich brauchen Hilfe und Ermutigung!

Hilfe und Ermutigung brauchen junge Menschen unter 25, die Leistungen aus dem SGB II beziehen, auch wenn sie sich gegenüber Forderungen des Jobcenters verweigern. Was sie jedoch in solchen Fällen erfahren, sind normierte Sanktionen, die Verhaltensänderungen nicht berücksichtigen. Verbitterung und Isolation sind dann die Folgen. Dabei werden junge Menschen im Berufsalltag dringend gebraucht.

Der Gesetzgeber hat bei Jugendlichen eine Ungleichbehandlung im Bereich der Sanktionen vorgeschrieben, die zu beenden ist. Denn sie verfehlt ihr Ziel. „Wir arbeiten in vielen unserer Arbeitsfelder mit Jugendlichen und fragen: Wenn das absolute Existenzminimum gekürzt wird bis hin zur totalen Streichung (keine Wohnkosten) - haben diese Sanktionen den gewünschten erzieherischen Effekt? In einem Fachtag zu diesem Thema mussten wir ernüchternd feststellen: Sanktionen lassen junge Menschen resignieren. Zu Verhaltensänderungen führen sie in aller Regel nicht.“, fasst Diakonie-Chef Christian Schönfeld die Ergebnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Fallmanagements, der Jugendberatung und Suchtberatung zusammen. Interessant war dabei: bei zugelassenen kommunalen Trägern gibt es in Sachsen deutlich weniger Sanktionen und dafür mehr Integration. Dieser andere Umgang führt zu besseren Ergebnissen.

„Es sind Jugendliche, die bereits einen schweren Lebensrucksack herumtragen und häufig keinerlei familiären Rückhalt haben. Ihre Probleme und Lebenskrisen sind größer als die Angst vor dem Entzug des Existenzminimums. Manche landen dann einfach auf der Straße“, sagt Hans-Jürgen Meurer, bei der Diakonie zuständig für Jugendberufshilfe. Die Diakonie Sachsen appelliert daher an die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit und das Sächsische Staatministerium für Soziales und Verbraucherschutz, sich dafür einzusetzen, die ungleiche Sanktionspraxis genauer zu untersuchen und Möglichkeiten der Hilfe und Ermutigung für junge Menschen zu fördern. Ebenso wäre eine engere Zusammenarbeit erstrebenswert mit der Jugendberufshilfe, der Jugendsozialarbeit, den Kompetenzagenturen, aber auch mit Einrichtungen, die daran arbeiten, Vermittlungshemmnisse der jungen Menschen wie Überschuldung oder Suchtprobleme zu beseitigen.

Hintergrund:

In Sachsen leben rund 40 000 Kinder und Jugendliche im erwerbsfähigen Alter von Hartz-IV. Rund 9 000 von ihnen sind arbeitslose Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren. Sie besuchen weder eine berufsvorbereitende Maßnahme noch sind sie in Ausbildung. Verstoßen sie gegen bestimmte Pflichten, müssen sie außer bei Meldeversäumnissen mit schärferen Sanktionen rechnen als erwachsene SGB-II-Bezieher. 14, 2 Prozent dieser Jugendlichen wurden im Jahr 2012 wenigstens schon einmal sanktioniert. Mit dieser Quote steht Sachsen nach Thüringen an vorderster Stelle in Deutschland.

Weitere Informationen: Helmut Bunde, Referent für Sucht- und Straffälligenhilfe, Tel.: 0351/8315-164.

 
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