Diakonie Sachsen

26.06.2013 | Diakonie warnt vor dem Auslaufen erfolgreicher Jugendberatungs- und Schulverweigererprojekte

17 Kompetenzagenturen und 10 Schulverweigererprojekte stehen ohne Zwischenfinanzierung für das Jahr 2014 vor dem Aus

„JUGEND STÄRKEN“: Das ist der Name für ein durchgängiges, lückenloses und passgenaues Fördersystem für benachteiligte junge Menschen am Übergang von der Schule in Ausbildung und Beschäftigung. „Jugend stärken“ ist ein Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums und läuft nach sechs Jahren Ende Dezember 2013 aus – das Anschlussprogramm „Jugend stärken plus“ wird erst ab Januar 2015 wirksam werden.

Die Diakonie hat in einem offenen Brief an die Landtags-Fraktionen der CDU und FDP dringend darum gebeten, einen Weg für eine Zwischenfinanzierung für das Jahr 2014 zu finden – beispielsweise Rücklaufmittel des ESF. Der Sozialausschuss der CDU-Fraktion hat in einem Gespräch seine Unterstützung signalisiert und will den Vorschlag der Diakonie überprüfen.

Denn die vorliegende Evaluation bescheinigt den Projekten eine hervorragende Arbeit (75 Prozent der betreuten Jugendlichen erreichen die vereinbarten Ziele, 66 Prozent werden in die allgemeinbildende oder berufliche Schule reintegriert).

Gelingt die Zwischenfinanzierung nicht, hängen ab 2014 ca. 3500 junge Menschen in der Luft.

Es geht um junge Menschen aus Sachsen, die hier derzeit betreut werden und verloren zu gehen drohen. Unter ihnen sind Jugendliche, die für alle Angebote und Maßnahmen seitens des Job-Centers und anderer Einrichtungen der Jugendarbeit unerreichbar geblieben sind, die alles abgebrochen und nichts durchgehalten oder gleich total verweigert haben. Es geht auch um junge Menschen mit Drogen- und Gewalterfahrungen, die mit Süchten kämpfen oder wohnungslos sind. In einem Satz: Es sind Rausflieger, die nach den vielen Erfahrungen des Scheiterns nichts mehr wollen.

Wir hoffen, dass die Bemühungen des Sozialausschusses zu greifbaren Ergebnissen im Interesse der Jugendlichen führen.

Kontakt: Hans-Jürgen Meurer, Mitarbeiter Kinder- und Jugendhilfe, Tel: 0351/83 15 172

Hintergrund: Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend fördert unter dem Titel „Jugend stärken“ zusammen mit den Kommunen und Landkreisen (Aufteilung der Förderung etwa 65/35) 17 Kompetenzagenturen, Jugendberatung und Case Management im Übergang Schule-Beruf, sowie die zwei Chance Projekte für Schulverweigerer mit dem Ziel der Reintegration in Schule und anschließende Ausbildung. Das Programm läuft 2015 unter dem Titel „Jugend stärken plus“ weiter. Es geht also bei der Zwischenfinanzierung nur um ein Jahr – damit die jetzt bestehenden Betreuungen weiterlaufen und die Strukturen der Kompetenzagenturen und Schulverweigererprojekte erhalten bleiben und nicht ein Jahr später wieder bei „Null“ anfangen müssen.

 
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