Diakonie Sachsen

30.09.2013 | „Demokratie gewinnt!” – Diakonie Sachsen schult Diakonie-Mitarbeitende gegen Rechtsextremismus

Wie hören sich demokratische Gedanken an? Welche Überlegungen sind substantiell für eine Demokratie? Wo beginnt die schleichende Vergiftung demokratischer Ideen mit extremistischem Gedankengut? Sind wir im Alltag geschult für leise rechtsextremistische Töne? Rechtsextremistisches Denken schwappt bis in Einrichtungen und Dienste der Diakonie hinein. Vor allen Dingen in den Kindertagesstätten und in den Diensten der Kinder- und Jugendhilfe sind Mitarbeitende mit rechtsextremen Gesinnungen konfrontiert. Aber auch Schwestern im ambulanten Dienst oder in Altenheimen haben zunehmend mit Angehörigen oder zu Pflegenden zu tun, die sie mit einer gruppenbezogenen oder rassistischen Menschenfeindlichkeit und extremistischen Einstellungen herausfordern. Hier haben wir in der Tat den klaren Auftrag und die Verantwortung, unsere Mitarbeitenden zu schulen, zu stärken und fit zu machen für ihren Alltag“, begründet Christian Schönfeld ein neuartiges Kursangebot der Diakonie Sachsen, das sie gemeinsam mit der Diakonischen Akademie für Weiterbildung entwickelt hat.

In den Kursen sollen Mitarbeitende lernen, den teilweise sinnstiftend auftretenden rechtsextremen Einstellungen und Redeweisen argumentativ zu begegnen. Was kann man beispielsweise als Erzieher tun, wenn sich rechtextremistische Eltern als Elternsprecher aufstellen lassen? Oder, wie soll sich eine Familienpflegerin verhalten, wenn sie bei einem Hausbesuch Nazisymbole vorfindet? Oder was ist, wenn der neue Kollege zunehmend „Farbe“ bekennt? Oder plötzlich ein Auto-Aufkleber „Todesstrafe für Kinderschänder“ auf dem Diakonie-Parkplatz auftaucht?

„Ziehe ich den Kopf ein oder habe ich die Courage, den Betreffenden darauf anzusprechen, habe ich die richtigen Argumente? Kenne ich demokratische Antworten? Warum passen christlicher Glaube und rechtsextremes Gedankengut nie und nimmer zueinander? Das sind Fragen, die geklärt sein wollen. Diakonie-Mitarbeitende sollen Wege des Umgangs im jeweils eigenen Arbeitsfeld finden und gehen lernen. Dazu sind die Kurse da, die in sich in zweitägigen Modulen über ein ganzes Jahr erstrecken“, sagt Kursleiterin Julia Meike. Die Kurse sollen „Demokratiestifter“ ausbilden, die sich am Ende in der Lage sehen, in Gesprächen und Konflikten couragiert und bewusst mit dem Thema umzugehen, Rassismus und Vorurteilen kompetent entgegenzutreten und bei Einzelanfragen beratend zur Seite zu stehen. Die Teilnahme an den Kursen ist kostenfrei. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Inneren im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Kooperationspartner sind die u.a. die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, das Kulturbüro Sachsen e.V. und die AG Kirche für Demokratie. „Freiheitliches Denken und politische Selbstbestimmung zu schulen und zu stärken, ist nach Jahrzehnten unterschiedlicher Diktaturen wichtig, wenn das demokratische Miteinander gelingen soll. Denn Demokratie ist nichts Selbstverständliches, sie muss tatsächlich gelernt werden,“ so Julia Meike abschließend.

Weitere Informationen: Julia Meike, Referentin, Diakonische Akademie für Fort- und Weiterbildung e.V.

Bahnhofstraße 9, 01468 Moritzburg, Telefon: 035207 / 84346; www.diakademie.de

 
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