Diakonie Sachsen
Raimar Krellner, Ramona Braun und ihr Mann Hassan Mayah Arab beim Jahrestreffen in der Evangelischen Akademie in Meißen

Vernachlässigte Reserven erschließen

Ehrenamtliche von Kirche und Diakonie fordern konkrete Integrationsangebote für Flüchtlinge

Ihr Jahrestreffen in der Evangelischen Akademie in Meißen nahmen Ehrenamtliche in der Ausländer- und Flüchtlingsarbeit von Evangelischer Kirche und Diakonie zum Anlass, auf die häufig enorm schwierige Situation vieler Flüchtlinge in Sachsen hinzuweisen. Der Befund: Einerseits wirbt Sachsen um dringend gebrauchte Zuwanderer, andererseits leistet es sich das Land, die Möglichkeiten und Potentiale von Flüchtlingen, die teilweise schon jahrelang im Land sind, einfach zu ignorieren. Werner Wendel vom Sächsischen Flüchtlingsrat kritisierte zudem, dass Asylsuchende nach wie vor einem einjährigen Arbeitsverbot unterliegen und die Arbeitsaufnahme der hier lebenden Flüchtlinge meist an zu hohen bürokratischen Hürden scheitert.

„Wer arbeiten will, sollte dazu die Möglichkeit bekommen. Jeder Mensch hat Potentiale“, sagt Albrecht Engelmann, Ausländerbeauftragter der Landeskirche.

Die Teilnehmenden der Tagung in Meißen sprachen sich dafür aus, Deutschunterricht sofort nach der Ankunft in Deutschland anzubieten, die mitgebrachten Qualifikationen zu analysieren und gute Anpassungsmaßnahmen für die Arbeitsaufnahme vorzuschlagen. „Fachkräfte werden dringend gesucht. Sachsen kann es sich nicht leisten, vorhandene Potentiale bei Flüchtlingen zu ignorieren.“

Ebenso wichtig ist es, die Idee einer „sächsische Willkommenskultur“, die nur hoch qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland gilt, zu humanisieren. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die einerseits für Hochqualifizierte bevorzugte Bedingungen schaffen und andererseits den hier lebenden Flüchtlingen hohe bürokratische Hürden bei einer Arbeitsaufnahme entgegensetzen, sind nicht geeignet, den Gedanken einer selbstverständlichen Willkommenskultur innerhalb der Bevölkerung zu etablieren. „Ein ausländischer Technik-Student wird nicht verstehen, wenn in „nützliche“ und „unnütze“ Ausländer unterteilt wird. Ob Sachsen für ihn zum Bleiben attraktiv ist, wird er auch daran messen, wie willkommen Flüchtlinge hier sind und wie der Umgang mit ihnen ist“, gibt Werner Wendel vom Flüchtlingsrat zu bedenken.

 
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