Diakonie Sachsen

15.11.2012 | Türen öffnen, Brücken bauen

Ehrenamtliche Sozialbegleitung für psychisch kranke Menschen – Haus- und Straßensammlung der Diakonie Sachsen vom 16. – 25. November 2012

„Einsamkeit macht krank und Krankheit einsam – das gilt für viele Menschen, aber in verstärktem Maße für jene, die an einer psychischen Erkrankung leiden. Sie brauchen daher in ganz besonderem Maße unser Mitgefühl und unsere Solidarität.“ Mit diesem Worten eröffnete heute OKR Christian Schönfeld, Direktor der Diakonie Sachsen, die Haus- und Straßensammlung der Diakonie auf dem Marktplatz in Borna. Vom 16. bis 25. November 2012 werden die Sammlerinnen und Sammler in ganz Sachsen wieder mit den Spendenbüchsen unterwegs sein. Die Gelder sollen dem Aufbau eines ehrenamtlichen Begleitdienstes für Menschen mit psychischen Erkrankungen dienen.

Besonders in den ländlichen Regionen Sachsens haben es Menschen mit psychischen Erkrankungen schwer, soziale Isolation und Einsamkeit aufzubrechen. Netzwerke mit therapeutischen Hilfen, Selbsthilfegruppen und Beschäftigungsmöglichkeiten sind dort besonders knapp und häufig auch weit vom Wohnort entfernt. So bleibt ein ständig wachsender Anteil von Menschen, die in der eigenen Wohnung leben, aber zur selbstständigen Lebensführung psychosozialer Unterstützung bedürften, unversorgt.

Für Thilo U. war es bis vor kurzem noch unvorstellbar, aus allen seinen Lebensbezügen herauszufallen. Aber dann wurde der Unternehmer psychisch krank. Als er aus der Klinik kam, war alles anders. Er erlebte seine Erkrankung auch als sozialen Absturz. Neben Scham, Rückzug, Einsamkeit und Identitätsverlust hat er mit wenig Verständnis gegenüber seiner psychischen Erkrankung zu kämpfen. Dann verbleiben als Brücke in die Gesellschaft häufig nur die psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen. „Ach, das ist nur was für die Bekloppten! Früher hätte ich auch so gedacht, das muss ich ehrlich sagen. Jetzt, da ich weiß, wie schrecklich sich eine solche Diskriminierung anfühlt, wünsche ich mir, die Leute hätten nicht so viele Vorurteile und würden uns am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen lassen. Wir brauchen Menschen, die uns akzeptieren.“

Die Diakonie Sachsen möchte daher ein Netzwerk ehrenamtlich Mitarbeitender aufbauen, die Menschen mit psychischen Erkrankungen begleiten. Über Gespräche und Wegbegleitungen zu Ärzten, Behörden usw. sollen sie einen vertrauensvollen persönlichen Kontakt und eine Beziehung aufbauen. Die betroffenen Menschen sollen ermutigt und darin bestärkt werden, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Ob eine solche Begleitung stattfindet, ist wesentlich für die soziale Einbindung der Betroffenen und den weiteren Verlauf ihrer Erkrankung. Doch für diesen Brückenschlag in die Gesellschaft braucht es Ehrenamtliche, die geschult, angeleitet, koordiniert und weitergebildet werden müssen. „Eine Aufgabe, für die es kein Geld gibt. Daher fließen die Mittel der diesjährigen Herbstsammlung in diese wichtige Arbeit – damit auch psychisch kranken Menschen mehr selbstbestimmte und selbstverständliche Teilhabe ermöglicht wird“, so OKR Schönfeld abschließend.

Weitere Informationen: Roswitha Mildner, Referentin für Psychiatrie, Tel.: 0351/8315-159, email: roswitha.mildner@diakonie-sachsen.de

 
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