Diakonie Sachsen

29.10.2012 | Landesbischof Bohl stärkt diakonischen Schwangerschaftskonfliktberaterinnen den Rücken

Als eine bedeutende, schwere und unverzichtbare Arbeit hat Landesbischof Jochen Bohl die Beratungstätigkeit der diakonischen Schwangerschaftskonflikt-beratungstellen (SKB) gewürdigt. Bei einem heute in Radebeul stattgefundenen Arbeitstreffen diakonischer Beratungsstellen informierte sich Bohl über Schwerpunkte, Veränderungen und Tendenzen in der Schwangerschaftskonfliktberatung der letzten Jahre. Die Beobachtungen und Berichte der Beraterinnen gäben wichtige Hinweise auf die Verfasstheit der Gesellschaft.

Als positiv wurde der sinkende Anteil Minderjähriger sowie arbeitsloser ALG-II-Bezieherinnen in den Beratungsstellen gewertet. Die Beraterinnen beobachten aber insgesamt, dass die Unübersichtlichkeit des Lebens mit seinen hohen Anforderungen an Flexibilität und Mobilität, häufig ungesicherter Existenzabsicherung, fehlenden sozialen Netzwerken oder instabilen Partnerschaften es den schwangeren Frauen immer schwerer machen, sich für ihr Kind zu entscheiden. Auf der anderen Seite machen ein hoher Arbeitsdruck und Zeitmangel, sowie die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, zu schaffen. Die Arbeitssituation ist häufig der entscheidende Faktor - alles wird der Arbeit untergeordnet. Auch den sich in Ausbildung befindenden schwangeren Frauen wird die Entscheidung für ihr Kind schwergemacht. Sie rutschen häufig durch alle gesetzlichen Netze. So verschiebe sich die Geburt eines Kindes in der Lebensbiographie vieler Frauen immer weiter nach hinten.

In der sozialen Beratung sehen sich die Beraterinnen häufig mit der Tatsache konfrontiert, dass Rechtsansprüche der Frauen nur mit Unterstützung durchgesetzt werden können. Auch die mit der Zunahme der pränatalen Diagnostik einhergehenden Verunsicherungen der Frauen werden in den Beratungsstellen mit Sorge beobachtet.

„Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Kirche steht unverrückbar hinter Ihrer Arbeit. Ihr gilt die Solidarität aller Kirchenleitungen – sowohl auf Landes- als auch auf EKD-Ebene. Die Kirche hält Ihre Beratungstätigkeit für unverzichtbar, weil Sie Frauen und Familien in einer existenziellen Krise mit Kompetenz, Respekt und Hilfe beistehen. Sie geben Frauen in dieser schwierigen Situation die Hilfestellung, Würde und Anerkennung, die lebenswichtig ist. Dafür gebührt Ihnen unser Dank“, so Bohl abschließend. Jochen Bohl ist auch stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD).



 
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