Diakonie Sachsen

13.08.2012 | Flutkatastrophe vor zehn Jahren löste auch eine Welle der Nothilfe aus

Grimma am Tag nach der Überschwemmung durch die Mulde.

Als in der Nacht zum 12. vom 13. August 2002 die Nebenflüsse der Elbe nach tagelangen starken Regenfällen zu unvorstellbaren reißenden Strömen anschwollen, verwüsteten sie in wenigen Stunden weite Landstriche. Einige Tage später erreichte dann die Flutwelle der Elbe die Städte und Dörfer und die Zerstörungen stellten alles bisher Vorstellbare in den Schatten.

Doch der Katastrophe folgte eine in Deutschland für Sachsen so noch nicht gesehen Welle der Nothilfe. 350 Millionen Spenden kamen zusammen, 36 Millionen davon koordinierte und vergab die Diakonie Sachsen direkt, 14 Millionen übernahm sie zusätzlich vom Freistaat.

Dank ihrer Vernetzung mit Kirchgemeinden und Kirchenbezirken auch in den entfernten Winkeln der Städte und Dörfer konnten sozialdiakonische Beratungsstellen schnell und unbürokratisch Sofort- und Nothilfe leisten. „Durch unsere soziale Arbeit und dank unserer Verzahnung mit den Kirchgemeinden stehen wir in permanenten Kontakt zu Menschen. Damit haben wir auch diejenigen erreicht, die ihr Recht auf Hilfe aus eigener Kraft gar nicht mehr hätten wahrnehmen können“, sagt Diakoniedirektor Christian Schönfeld.

Inge Erler, Kirchenbezirksozialarbeiterin beim Diakonischen Werk Meißen erinnert sich: „Wir wussten dank unserer Kirchgemeinden genau, wen es wo und wie getroffen hat und sind meist persönlich vor Ort gegangen. Insgesamt haben wir allein in Meißen zwei Millionen Euro Flutgelder ausbezahlt. Das war harte Arbeit aber dank unserer guten Ortskenntnis konnten wir ganz schnell und wirksam helfen. Wir sind häufig persönlich hingegangen und haben bei der Antragstellung geholfen. Auch unsere Außensprechstunden waren immer voll. Wir hatten dann auch keine einzige Reklamation, alles ist wunderbar gelaufen.“ Noch immer aber sehe sie die Menschen und ihre persönlichen Tragödien „hinter den Fluthilfe-Anträgen.“

“Ich erinnere mich an einen Mann, der mit dem Antrag in der Hand da saß und erst mal nur weinen konnte. Wie es sich herausstellte, aber nicht nur darüber, dass er alles verloren hatte, sondern darüber, dass ihm „wildfremde“ Menschen helfen wollten. Oder der junge Mann, der zwei Tage zuvor die letzten Fliesen in seinem neuen Haus verlegt hatte und nun fassungslos vor dem Nichts stand; oder der Fährmann, der sagte: Jetzt hab ich mein ganzes Leben auf dem Wasser verbracht und am Ende bleibt mir nur meine Pfeife und das, was ich auf dem Leib trage.“

Mit der unmittelbaren Sofort- und Wiederaufbauhilfe war es oftmals aber nicht getan. „Wir haben in Dresden ein eigenes Flutkoordinationsbüro eingerichtet, das auch noch lange präsent war – bis Ende 2007. Dadurch war eine enge Zusammenarbeit mit staatlichen, kommunalen Stellen und den anderen Wohlfahrtsverbänden gewährleistet. Ziel war, die Hilfen gerecht und transparent zu verteilen“, sagt Friedhelm Fürst, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Sachsen. „Ganz besonders widmeten sich die Helfer denjenigen, die ihre Flutschäden nicht aus eigener Kraft bewältigen konnten: Einkommensarme und alte Menschen, Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen oder psychischen Beeinträchtigungen – beispielsweise weil sie während des Wiederaufbaus durch Todesfälle, Scheidungen oder Arbeitslosigkeit aus der Bahn geworfen wurden. In diesen Härtefällen begleitete die Diakonie die Flutopfer zu Behörden und Banken, richtete einen Sonderfonds ein und reichte Überbrückungsdarlehen aus.“

 
 
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