Diakonie Sachsen
Ausstellungseröffnung durch Brot für die Welt, Diakonie Sachsen und KD-Bank in Dresden

11.09.2012 | Ethisches Investment – damit Wirtschaften dem Leben dient

Mit der interaktiven Ausstellung „Ethisches Investment“ von „Brot für die Welt“ wollen die Bank für Kirche und Diakonie, die Diakonie Sachsen und „Brot für die Welt“ zu einem überlegteren Umgang mit Geldanlagen aufrufen. „Angelegtes und investiertes Geld bleibt Eigentum des Anlegers – er hat daher auch Verantwortung dafür, was mit diesem Geld geschieht. Das gilt auch für die Geldgeschäfte und Finanzanlagen von Kirche und Diakonie. Noch ist der Anteil an ethischen Geldanlagen nicht groß genug, um wirklichen Einfluss auf die Börsenwelt zu nehmen. Aber das kann sich ändern. „Ich freue mich, dass „Brot für die Welt“ Kriterien formuliert hat, die Finanzanlagen neben einer sozialen und ökologischen auch aus einer entwicklungspolitischen Sicht bewerten und die Bank für Kirche und Diakonie diese in ein konkretes Anlagekonzept, dem FairWorldFonds, umgesetzt hat“, so Christian Schönfeld, Chef der Diakonie Sachsen.

Er hofft, dass die Informationsinsel „Ethisches Investment“ weite Kreise zieht. Sie wurde heute in Dresden offiziell eröffnet und ist noch bis Ende Oktober im Foyer des Hauses an der Kreuzkirche zu sehen. Die Ausstellung macht auf sehr eindrückliche Weise deutlich, wie Geldströme sich auf das Leben der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern auswirken können und lädt alle Interessierten ein, mitzumachen und auf ethisch-nachhaltige Geldanlagen umzusteigen. Die Diakonie Sachsen und die LKG Sachsen, Niederlassung der Bank für Kirche und Diakonie, haben gemeinsam übrigens bereits 1995 mit dem Solidaritätssparbrief eine ethische Geldanlagemöglichkeit geschaffen, deren Zinserlöse in nachhaltige Entwicklungsprojekte in den armen Ländern des Südens fließen.

„Unsere Erfahrungen decken sich mit den Ergebnissen aktueller Studien“, beurteilte im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung Christian Müller, Marketingleiter der Bank für Kirche und Diakonie, die monetäre Dimension. „Die Berücksichtigung ethischer und ökologischer Kriterien wirkt sich langfristig leicht positiv auf die Rendite aus und hilft, Risiken zu vermeiden.“

Dr. Karin Bassler, Referentin für ethische Geldanlagen bei „Brot für die Welt“, betonte, dass das, was beim Einkauf fair gehandelten Kaffees möglich ist, auch bei der Auswahl von Finanzprodukten funktioniert: Es zählen nicht nur Rendite und Risiko, sondern es fließen auch Werte wie Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in die Anlageentscheidung mit ein. Was nützt den Armen im Süden? Was schadet den besonders verwundbaren Bevölkerungsgruppen in Schwellen- und Entwicklungsländern? Das sind die wesentlichen Fragen für die entwicklungspolitischen Kriterien im ethischen Investment von „Brot für die Welt“.

Nach diesen Kriterien müssen beispielsweise Unternehmen, deren Tochter-Unternehmen und deren Zulieferer in Entwicklungs- und Schwellenländern die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhne zahlen und dürfen keine systematische Lobbyarbeit gegenüber öffentlichen Institutionen betreiben mit dem Ziel, soziale und ökologische Standards abzusenken. Staatsanleihen dürfen beispielsweise nur von den Ländern gekauft werden, die sich internationalen Abkommen etwa zur Friedenssicherung und zur Reduzierung von Umwelt und Klimaschäden anschließen. Über solche Ausschlusskriterien hinaus gelten aber sowohl für Unternehmen als auch für Staaten Positivkriterien, die entwicklungsrelevante Aspekte abdecken.

 
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