Diakonie Sachsen

02.04.2012 | Alarmierende Zahlen: Diakonie fordert Stärkung der Suchtprävention

„Die Zahl der Jugendlichen und Heranwachsenden, die aufgrund einer Suchterkrankung eine diakonische Beratungsstelle aufsuchen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Auch der Anteil an diesen jungen Menschen, der die Schule ohne Schulabschluss verlässt, hat sich in dieser Zeit verdoppelt. Das sind bestürzende Entwicklungen, auf die wir als Gesellschaft reagieren müssen“, kommentiert Diakonie-Chef Christian Schönfeld den heute erschienenen Suchtbericht der Sächsischen Landesstelle gegen Suchtgefahren, in den auch die diakonischen Erfahrungen und Zahlen eingeflossen sind.

Auch in der Altersgruppe der 20-24jährigen weisen die (Diakonie)-Zahlen weit mehr als das Doppelte (2000: 600; 2010: 1400) und bei den 25- bis 29-jährigen sogar fast das Dreifache (2000: 500; 2010: 1450). Der Anteil unter ihnen, der keinerlei Berufsausbildung hat, hat sich ebenfalls verdoppelt.

„Alle Entwicklungen weisen darauf hin, dass die Angebote der Suchtprävention wichtiger denn je sind. Denn es ist vielfach belegt, dass eine gezielte und frühe Suchtprävention eine spätere Abhängigkeit und damit eine aufwendige Suchttherapie verhindern kann. Doch für die Angebote der Suchtprävention bleibt fast keine Zeit. Denn trotz erhöhter Anforderung an suchtspezifische Hilfen, hat sich die Personalsituation in den Suchtberatungsstellen um 4 % gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Das aktuell bestehende hohe Suchtaufkommen fordert dazu heraus, Suchtkrankenhilfe und Suchtprävention im Freistaat Sachsen endlich wieder zu stärken“, so Schönfeld weiter.

Zunehmend entstünden auch Suchtprobleme mit illegalen Drogen. Sachsenweit seien dies mehr als 5.900 vorwiegend junge Menschen. Crystal zähle mittlerweile zur Problemsubstanz Nummer Eins bei den illegalen Drogen in Sachsen. Mit 44 % stellen sie den größten Anteil unter den Konsumenten illegaler Drogen in diakonischen Suchtberatungsstellen.

Der vollständige Suchtbericht der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren kann im Internet unter www.slsev.de/Sucht2011.pdf eingesehen werden. Auskunft dazu erteilt Helmut Bunde, Referent für Suchtkrankenhilfe bei der Diakonie Sachsen, Tel.: 0351/8315-164.

 
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