Diakonie Sachsen
Menschlichkeit braucht Unterstützung

04.05.2011 | „Selbst bestimmt leben? Ja, das geht!”- Internationaler Protesttag für Menschen mit Behinderung

Der morgige 5. Mai ist der Europäische Protesttag für Menschen mit Behinderungen. Seit dem Jahr 1992 protestieren behinderte Menschen am 5. Mai über all in Europa mit Demonstrationen, Aktionen, aber auch Fachveranstaltungen gegen Diskriminierungen und Benachteiligungen und kämpfen für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen. Fast pünktlich zu diesem Termin lädt auch die Diakonie Sachsen am Montag, 09. Mai 2011 ab 9 Uhr zur Zweiten Sächsischen Budgetnehmerkonferenz ins Dresdner Hygienemuseum ein. Die Konferenz steht unter dem Motto „Selbst bestimmt Leben – ja, das geht!“

Das besondere Augenmerk der Konferenz liegt auf dem Wunsch, all diejenigen miteinander ins Gespräch zu bringen, die für ein Persönliches Budget wichtig sind: Budgetnehmer wie Beratungsstellen, Kostenträger und soziale Dienstleister. „Wir freuen uns darauf, an diesem Tag den Stein gemeinsam ins Rollen zu bringen. Das Persönliche Budget funktioniert, aber es wird von Kostenträger-Seite zu wenig unterstützt. 90 Prozent der Budgetnehmer haben bei der Auswertung des Modellprojektes der Bundesregierung gesagt, dass das persönliche Budget eine gute Sache für sie ist und sie es trotz aller Schwierigkeiten erneut beantragen würden. Die Teilhabechancen von Menschen mit Behinderung erhöhen sich dadurch tatsächlich. Diese Botschaft soll die Konferenz weitergeben“, sagt Diakonie-Chef Christian Schönfeld, der das Treffen auch eröffnen wird.

Seit zweieinhalb Jahren gibt es im Diakonischen Werk das Projekt zum Persönlichen Budget.

In diesem Zeitraum wurden 400 Menschen zum Persönlichen Budget beraten, 190 haben es beantragt, knapp 100 Menschen haben es dann auch erhalten. Das ist zwar gegenüber von vor einem Jahr eine deutliche Verbesserung (80 Beantragungen, 35 Bewilligungen), aber es ist noch immer viel zu wenig. Die Gründe dafür sind vielfältig und sie liegen auf allen Seiten.

„Wir haben zu dieser zweiten Konferenz eingeladen, weil wir uns menschliche Begegnung wünschen – von Mensch zu Mensch. Nicht nur von Kostenträger zu Budgetnehmer. Oder von Leistungserbringer zu Kostenträger. Nein, von Mensch zu Mensch, von Angesicht zu Angesicht, mit offenem Visier, ohne doppelten Boden. Dabei sollte auch klar werden, dass weder die europäische Behindertenrechts-Konvention noch das Wunsch- und Wahlrecht bei der Inanspruchnahme sozialer Hilfsdienste darauf abzielen, den Sozialstaat überzustrapazieren. Es sind einfach nur wichtige Grundlagen für das Miteinander in unserer Gesellschaft“, ist Schönfeld überzeugt.

Weitere Informationen unter www.budget-sachsen.de



 
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