Diakonie Sachsen
Menschlichkeit braucht Unterstützung

05.08.2011 | Erster „Bufdi” bei der Diakonie Sachsen


Er heißt Nino Bauer, ist 18 Jahre jung, kommt aus Lichtenstein und ist der erste „Bufdi“ bei der Diakonie Sachsen. Also der erste, der seinen Freiwilligendienst nach Bundesfreiwilligengesetz beginnt. Nino Bauer startet am 8. August 2011 im Gut Gamig. Der frischgebackene Abiturient will den einjährigen Dienst vor allem zur Berufsorientierung nutzen und freut sich riesig, dass es damit bei seiner Wunscheinrichtung auch geklappt hat: Die heißt „Gut Gamig“ und ist eine Mitgliedseinrichtung der Diakonie Sachsen. Die „RPK Gut Gamig“ dient der medizinischen und beruflichen Rehabilitation von psychisch kranken Menschen. Hier arbeiten erfahrene Fachärzte für Psychiatrie, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Krankenpfleger und Arbeitsanleiter multiprofessionell zusammen. In den Gamiger Werkstätten wird im Rahmen der beruflichen Rehabilitation eine Vielfalt von Arbeitsmöglichkeiten unter „echten“ Bedingungen angeboten. Der Schwerpunkt liegt in einem handwerklich-technischen und einem landwirtschaftlichen Bereich - in letzterem wird Nino Bauer seinen Freiwilligendienst aufnehmen.

„Darüber freue ich mich besonders: Mit Menschen zusammen in der Landwirtschaft zu arbeiten“, sagt er, dem es die Landwirtschaft angetan hat, weil er bei den Landwirten in seinem Heimatort schon viele Male in den Ferien mitgearbeitet hat. „Auf die Idee, ein soziales Jahr zu machen, hat mich meine Ärztin gebracht, als ich ihr erzählte, dass ich noch gar nicht wüsste, ob und was ich nun studieren will.“ Der Funke sprang über und der junge Mann ging im Internet mal nachschauen ob sich soziales Engagement und die Landwirtschaft nicht verbinden ließen. Er stieß auf „Gut Gamig“ und war sofort begeistert. „Ich hab dann gesehen, dass die Einrichtung zum Frühlingsfest einlädt und bin hingefahren. Ich wurde mit offenen Armen empfangen“. Seine braunen Augen strahlen. Bestärkt hat ihn auch der „Vorbesitzer“ seiner Stelle, mit dem er sofort Tuchfühlung aufnahm. „Und der hat mir so begeistert von seiner Zivildienstzeit im Gut erzählt, dass die Entscheidung schnell gefallen war.“ Auch die Eltern haben sich gefreut: „Du kannst dort Erfahrungen machen, die du so vielleicht nie mehr in deinem Berufsleben machen kannst“. Ein Sprung in die Selbstständigkeit und raus aus dem „Hotel Mama“ ist damit auch verbunden. Nino Bauer wird das WG-Leben in Dresden testen. Er freut sich auf den neuen Lebensabschnitt.

Hintergrund: Beim Bundesfreiwilligendienst, der den Zivildienst ablösen soll, ist noch viel Platz. Das liegt nicht zuletzt an dem holprigen Start: So wurde das zugehörige Gesetz erst im Mai verabschiedet und die Bewerbungen konnten erst ab diesem Zeitpunkt bearbeitet werden. Und noch immer ist nicht gesetzlich verankert, dass die Freiwilligen Kindergeld erhalten. Auch die Frage, ob und in welcher Weise der Dienst als Praktikum anerkannt wird, ist noch offen. So sind mit dem Ende des Zivildienstes viele Stellen nicht wieder besetzt – obwohl der Dienst nun allen Altersklassen und beiden Geschlechtern offen steht.

Es bleibt zudem abzuwarten, welche Auswirkungen die Einführung des BFD auf das bewährte Freiwillige Soziale Jahr hat. Die Diakonie bietet aktuell beide Möglichkeiten an - in der Hoffnung, dass sich die beiden Dienste ergänzen können. Da sie gesetzlich und inhaltlich sehr eng aneinander angelehnt sind, ist es selbstverständlich, dass sie sich für die Teilnehmenden finanziell nicht unterscheiden. So ergibt sich für alle BewerberInnen ein Vorteil: Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten im Bereich "freiwilliges Engagement" ist größer geworden.

Weitere Informationen zum Bundesfreiwilligendienst: Agnes Bost, Tel.: 0351/8315-123

 
 
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