Diakonie Sachsen
Menschlichkeit braucht Unterstützung

21.09.2011 | Diakonie Sachsen: „Wir halten am Dritten Weg fest”

„Das kirchliche Tarifrecht, der sogenannte Dritte Weg, funktioniert aus unserer Sicht in unseren Einrichtungen sehr gut und wird auch von der Mehrheit unserer Mitarbeitenden geschätzt und mitgetragen,“ sagt Diakonie-Chef Christian Schönfeld in Reaktion auf die von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di immer wieder erhobenen Vorwürfe, die Diakonie nutze ihr grundgesetzlich garantiertes Selbstbestimmungsrecht und damit zusammenhängend das kirchliche Arbeitsrecht auf Kosten ihrer Beschäftigten aus. Die Gewerkschaft will im Rahmen ihres derzeit in Leipzig stattfindenden Bundeskongresses heute einen Antrag zur Abstimmung stellen, in dem die Abschaffung des Dritten Weges gefordert wird.

„Der Gedanke der Dienstgemeinschaft, der hinter dem Dritten Weg steht, ist für uns unaufgebbar. Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirche. Sie ist der Ort, an dem sich Christinnen und Christen ebenso wie ihre konfessionell nicht gebundenen Kolleginnen und Kollegen gemeinsam für Menschen einsetzen. Deshalb müssen hilfebedürftige Menschen sicher sein können, dass das Aushandeln von Arbeitsbedingungen nicht zu ihren Lasten geht – also auch kein Streik stattfindet.“ Die Diakonie Sachsen sei ein verlässlicher Arbeitgeber und Anbieter sozialer Dienstleistungen.

Auch die im Streit um das kirchliche Arbeitsrecht immer wieder erhobene Klage, die Diakonie zahle Dumping-Löhne, weist Schönfeld zurück: „Wenn unsere Einrichtungen und Dienste Vergütungen nach AVR zahlen und dazu sind sie als Mitglied des Diakonischen Werkes verpflichtet, dann liegen diese über dem Branchendurchschnitt und können sich auch im Vergleich zum TVöD (Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes) sehen lassen.“

Allerdings beinhalteten die Sonderrechte, die die Kirchen laut Grundgesetz hinsichtlich ihrer Selbstbestimmung genießen, nach Schönfelds Auffassung selbstverständlich auch Pflichten. „Dazu bekennen wir uns ausdrücklich. Wer Rechte in Anspruch nehmen will, hat auch Pflichten. Insofern sind Leiharbeit und Ausgründungen in privatrechtliche Konstruktionen nicht der von uns tolerierte Ausweg, dem Kostendruck in der Pflege und den völlig unzureichenden Refinanzierungen zu entkommen. Es wäre daher schön, wenn sich Verdi in Zukunft nicht an uns abarbeiten würde, sondern sich gemeinsam mit uns für bessere Rahmenbedingungen im Pflegebereich einsetzt“, so Schönfeld abschließend.

Hinweis für die Redaktionen: „Der Dritte Weg“: Der Staat räumt den Kirchen das Recht auf ein eigenes Arbeits- und Tarifrecht ein: Der „Dritte Weg“ bezeichnet die konsensorientierte Suche nach einem Interessensausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Daher gibt es auf Arbeitnehmerseite weder die Möglichkeit, zu streiken, noch auf Arbeitgeberseite das Recht auf Aussperrung. Alle tarifrechtlichen Fragen werden in paritätisch aus Dienstnehmern und Dienstgebern besetzten Kommissionen ausgehandelt.

Ein ausführliches Positionspapier des Vorstandes der Diakonie Sachsen zum „Dritten Weg“ finden Sie als pdf-Datei im Anhang.

 
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