Diakonie Sachsen
Diakonie in Sachsen der soziale Dienst der Ev.-Luth. Landeskirche in Sachsen

07.07.2010 | „Wir sitzen hier zusammen wegen des Kindes”

- immer mehr Eltern in Erziehungsnöten suchen diakonische Familien- und Erziehungsberatungsstellen auf.
„Wir leben getrennt. Das stresst die Kinder.“ „Mein Sohn schwänzt, macht Ärger und bringt schlechte Noten.“ „Mein neuer Partner kommt mit meiner Tochter nicht klar. Sie isst nicht mehr richtig.“
Die Gründe, eine Erziehungsberatungsstelle aufzusuchen, sind so vielfältig wie das Leben selbst. Und da das Leben immer unübersichtlicher und komplexer wird, steigt auch Jahr um Jahr die Zahl der Eltern, die in den 17 diakonischen Erziehungsberatungsstellen Rat und Hilfe suchen. Für 5362 Fälle – so weist es die Statistik aus - wurde im Jahr 2009 eine Lösung gesucht (2008: 5170 Fälle, 2007: 4695 Fälle).

„Dabei ist immer klar: Eltern und Berater sitzen wegen des Kindes oder der Kinder zusammen. Kinder sind das schwächste Glied in der Kette und reagieren als erste und am heftigsten, wenn sich im familiären Gefüge etwas verändert. Sie werden als erste auffällig“, sagt Wilfried Jeutner, zuständiger Referent bei der Diakonie Sachsen.

Die verschiedenen Probleme und Auffälligkeiten seien Ausdruck von Beeinträchtigungen, die Kinder und Jugendliche nicht bewältigen könnten. „Oft haben Eltern schon lange bestehende und manchmal auch geleugnete Beziehungsschwierigkeiten als Paar. Oder die Eltern wollen sich trennen, oder haben sich gerade getrennt. Ein Viertel aller Hilfesuchenden geben dies als Grund an. Viele Eltern fühlen sich aber aufgrund von beruflichem Stress und Überlastung mit den Erziehungsaufgaben generell überfordert. Zu schweren Belastungen des Familienlebens kann es auch kommen, wenn Vater oder Mutter von Arbeitslosigkeit betroffen oder die Familie insgesamt in prekäre wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist“, nennt Jeutner die häufigsten Gründe für die gesuchte Unterstützung.

Neue Herausforderungen erwachsen den diakonischen Beratungsstellen aber auch aus den Änderungen des Famlienrechts: „Familienrichter können ein Verfahren um das Sorge- oder Umgangsrecht aussetzen und die Eltern erst mal an eine Beratungsstelle verweisen. Dann müssen die Berater/innen mit dem komplett zerstrittenen Paar, das ja nicht freiwillig kommt, gemeinsam überlegen, was für die Kinder eine tragfähige Lösung wäre – eine äußerst schwierige Aufgabe“, sagt Jeutner.

Die Familien- und Erziehungsberatungsstellen haben die Kapazitätsgrenzen erreicht. Das wirkt sich auf die Wartezeiten aus: „Sie liegt derzeit bei durchschnittlich drei Wochen. Wenn es zuhause brennt, ist das sehr lange. Angesichts der geplanten Einschnitte in den Sozialhaushalten von Land und den Kommunen wird sich diese Situation aber wohl kaum entspannen“, befürchtet Jeutner.

Weitere Informationen: Wilfried Jeutner, Tel.: 0351/ 8315-180.

 
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