Diakonie Sachsen
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27.10.2010 | UN- Behindertenkonvention muss auch in Sachsen mit Leben erfüllt werden – Diakonie fordert Zukunftskonferenzen zur Umsetzung

Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der evangelischen Behindertenhilfe e.V. (BeB) verabschiedete heute nachmittag „Leipziger Erklärung“

„Wie sehen Perspektiven von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen aus? Es sind Perspektiven, Hoffnungen und Wünsche, wie sie jeder von uns kennt. Menschen mit Behinderungen haben keine anderen als nicht behinderte Menschen auch. Aber sie können sie vielfach nicht leben. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist deshalb ein Meilenstein der Behindertenhilfe, weil sie Inklusion fordert: Also die Selbstverständlichkeit, dass Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen Teil unserer Gesellschaft sind, und zwar ohne Grenzen auf Straßen und Plätzen, in Schulen und am Arbeitsplatz, in Köpfen und im Herzen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“

Christian Schönfeld, Chef der Diakonie Sachsen, erwartet sich denn von der „Leipziger Erklärung“, die heute nachmittag als Abschluss einer dreitägigen Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der evangelischen Behindertenhilfe e.V. (BeB) verabschiedet wurde, auch ein wichtiges Signal an die Landesregierung.

„Wirksam wird das Konzept der Inklusion erst dann, wenn Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen in ihrer vertrauten Lebenswelt das notwendige Maß an Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben erhalten. Doch was erleben wir? Unsere Erfahrungen hier in Sachsen sind gemischt. Wir sind einerseits sehr dankbar für viele Erneuerungen an Gebäuden und Einrichtungen, für Erleichterungen in der Arbeit der Behindertenhilfe in den letzten zwanzig Jahren. Zugleich aber erleben wir gerade derzeit zum Beispiel eine von Kostenträgern angestrebte Umstellung vom Brutto- auf das Nettoprinzip bei der Eingliederungshilfe oder das Bestreben einer veränderten Vergütungssystematik in der Komplexleistung Frühförderung oder Hilfebedarfsermittlungen, die in der Vergütungssystematik massive Einschnitte im Leistungsspektrum nach sich ziehen und Hilfen je nach Kassenlage anbieten. Es entsteht der Eindruck, dass in vielen Bereichen das Gegenteil dessen, was die Konvention will, sukzessiven Einzug in Gesetzgebung, Bewusstseinsbildung und Praxis hält.“

Die „Leipziger Erklärung“ formuliert daher die klare Erwartung an Bund und alle Länder, dass der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) alle in der Konvention angesprochenen Lebensbereiche erfasst und mit konkreten Zielen und einer zeitlich und ergebnisbezogenen Umsetzungsperspektive unterlegt.

„Auch Sachsen muss auf Landesebene einen Aktionsplan zur Umsetzung der Konvention aufstellen, der die Kommunen mit einbezieht. Denn letztlich muss die Konvention als örtliche und lokale Teilhabeplanung in Zukunftskonferenzen umgesetzt werden“, so Schönfeld weiter. „Wir arbeiten gerne daran mit! Doch wir brauchen dazu verlässliche Partner in Politik und Sozialverwaltung, die Unterstützungsstrukturen als notwendigen Bestandteil einer Daseinsvorsorge und damit der Sozialplanung erkennen und daran festhalten“.

Hinweise für die Redaktionen: Den gesamten Wortlaut der „Leipziger Erklärung“ können Sie ab dem späten Nachmittag unter www.beb-ev.de abrufen.

Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) ist ein Fachverband im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seine rund 600 Mitgliedseinrichtungen halten Angebote für mehr als 100.000 Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung aller Altersstufen bereit. Damit deckt der BeB bundesweit annähernd 50 Prozent der Angebote der Behindertenhilfe sowie wesentliche Teile der Sozialpsychiatrie ab. Als Zusammenschluss von evangelischen Einrichtungen, Diensten und Initiativen fördert, unterstützt und begleitet der BeB Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung und deren Angehörige.

 
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