Diakonie Sachsen
Diakonie in Sachsen der soziale Dienst der Ev.-Luth. Landeskirche in Sachsen

06.01.2010 | Strategische Ziele für das Jahr 2010

Diakonie fordert Masterplan gegen (öffentliche) Armut

„Viele, zu viele Menschen in Sachsen sind arm oder in einer sozial schwierigen Lebenslage. Und alle Bereiche ihres Lebens Beruf wie Freizeit, Bildung, Gesundheit, Wohnung oder Ernährung sind davon beeinflusst. Die Finanz- und Wirtschaftskrise darf nicht dazu führen, dass ihre grundrechtlichen und sozialrechtlichen Ansprüche unterfinanziert werden und die Politik nur mit steuerlichen Verbesserungen für so genannte Leistungsträger reagiert. 2010 ist das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung und die Diakonie Sachsen nimmt dies zum Anlass, einen Masterplan gegen die Armut in Sachsen zu fordern. Wir als Diakonie werden uns nicht damit zufrieden geben, dass die soziale Ungleichheit weiter wächst und immer mehr Menschen aus der Gestaltung eines sozialen Miteinanders ausgeschlossen werden und resignieren – mit allen dramatischen Folgen wie Parallelgesellschaften, Gleichgültigkeit und Kriminalität.“ Christian Schönfeld, Chef der Diakonie Sachsen, nennt daher die Bekämpfung gesellschaftsfeindlichen Verhaltens und die Erarbeitung eines „Masterplans“ gegen Armut als wichtigstes strategisches Ziel für 2010.

„Wir werden dazu den Dialog mit der Politik intensivieren und nicht damit aufhören, sie an ihre Verantwortung gerade für die Schwächeren zu erinnern. Es darf nicht sein, dass die Steuersenkungen und Milliardenverluste durch die Rettungsschirme für Banken und große Konzerne durch Kürzungen gerade in den Sozial-, Kultur- und Bildungshaushalten finanziert werden.“

Auch der Erhalt der Offenen Beratungsarbeit im bisherigen Umfang ist Schönfeld ein großes Anliegen. „Die Diakonie Sachsen ist für Menschen in Notlagen da. So helfen viele Fachleute in den Beratungsstellen vor Ort bei Fragen zur Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit, Sucht, Familien, Ehe- und Erziehungsfragen, Überschuldung, Schwangerschaft oder Wohnungslosigkeit. Schon jetzt sind die Wartezeiten aber aufgrund des steigenden Bedarfes zu lang. Hier das bestehende Netz aus Kostengründen noch weiter auszudünnen, während der Bedarf rasant ansteigt, ist nicht vertretbar. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge.“ Selbstverständlich koste diese Arbeit Geld. Es komme vom Land, von der Diakonie selbst und von den Kommunen und Landkreisen. Doch gerade letzteren werde derzeit jeder Handlungsspielraum genommen. „Wir müssen für die regionalen diakonischen Werke und Träger ein Konzept entwickeln, wie sie mit den Kommunen verlässliche Strukturen planen, aushandeln und gestalten können. Über dem Gebot der Sparsamkeit um jeden Preis steht die Erfüllung sozialrechtlicher Ansprüche. Gute Haushalterschaft hat nichts mit der Unterfinanzierung gesetzlicher Leistungen zu tun“, so Schönfeld.

Als weiteres wichtiges Ziel für 2010 nennt Schönfeld die Gewinnung von Nachwuchs: „Wir wollen das diakonische Arbeitsfeld für junge Menschen attraktiv machen. Rückgrat dabei sind alle Möglichkeiten sozialen Lernens, die wir als Diakonie Sachsen anbieten können. Dazu zählen die Sterntalerzeit, der Zivildienst, das Freiwillige Soziale Jahr und selbstverständlich unsere berufsbildenden Schulen.“ Berufe wie Altenpfleger oder Erzieher, in denen Menschen anderen Menschen helfen und eine hohe Verantwortung trügen, hätten einen immensen gesellschaftlichen Wert und müssten dementsprechend auch honoriert werden.

 
Es gibt viele Möglichkeiten sich freiwilligen zu engagieren!

Ab sofort auch refugees welcome!

Beratung für Menschen in Wohnungsnot
Projekt und Kurs „Demokratiestifter”

Projekt und Kurs zum "Demokratiestifter in Sachsen"

Arbeit finanzieren, statt Arbeitslosigkeit

Evangelische Online-Beratung