Diakonie Sachsen
Diakonie in Sachsen der soziale Dienst der Ev.-Luth. Landeskirche in Sachsen

19.09.2010 | 20 Jahre Verein Diakonie Sachsen – 20 Jahre für die Menschen, die uns brauchen

Kerstin Griese, sozialpolitischer Vorstand des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Deutschlands e.V

Als Grund zum Feiern und zur Dankbarkeit, aber auch als Anlass zur kritischen Bilanz, bezeichnete Oberkirchenrat Christian Schönfeld, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks der Ev.-luth. Landeskirche Sachsen e.V. das 20ährige Bestehen der Diakonie Sachsen als Rechtsnachfolgerin der Inneren Mission. In seinem Grußwort zu Festgottesdienst und Empfang am heutigen Sonntag in der Dreikönigskirche in Dresden sagte er: „Soviel aufregender Anfang wie 1990 war nie. Hatte sich die Innere Mission 40 Jahre lang unter die Fittiche der Landeskirche begeben, so ergriff sie 1990 der Freiheitswind. Die Innere Mission wurde flügge und es begann ein gewaltiges Wachstum. Es waren Jahre des Aufbruchs, des Umbaus, aber auch so manchen Abbaus. Nicht alles passte zu der Sehnsucht nach dem, was Diakonie in DDR-Zeiten verbunden hatte: Bescheidenheit, Widerstand gegen den Staat und die Gemeindeorientiertheit kirchlichen Handelns. Und doch überwog Aufbruchstimmung und Dankbarkeit. Die Diakonie Sachsen war eine gefragte Partnerin beim Aufbau eines sozialen Sachsen.“

Doch heute, 20 kurze Jahre später, sei wieder ein fundamentaler Wandel zu spüren: „Der Sozialstaat will immer weiter weg vom Fundamentalprinzip der Solidarität und sozialen Gerechtigkeit hin zu einem aktivierenden Staat. Er nimmt damit schwerwiegende Folgen in Kauf: Das Auseinanderdriften der Gesellschaft in Arme und Reiche, in Arbeitsplatzbesitzer und in Arbeitslose, in Teilhabende und Ausgeschlossene, in Inkludierte und Exkludierte. Damit einher gehen immer größere Lücken in der Refinanzierung staatlicher Aufgaben und tiefe Einschnitte ins Soziale Netz. So sind wir schon wieder an einem Punkt angekommen, der neue Wege und neue Phantasie verlangt, wenn wir unserem diakonischen Auftrag der Anwaltschaftlichkeit, der Option für die Armen und Schwachen nachkommen wollen.“ Doch der biblische Auftrag bleibe. Er werde auch in den nächsten 20 Jahren Richtschnur der Diakonie Sachsen bleiben – egal unter welcher Regierung.

Kerstin Griese, sozialpolitischer Vorstand des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Deutschlands e.V, wies in ihrem Festvortrag PDF-Dokument„Diakonie – quo vadis? - Die Zukunft des Sozialtstaats und die Zukunft diakonischer Arbeit“ daraufhin, dass Haushaltskonsolidierung und Sparmaßnahmen sicherlich notwendig seien, aber nicht zu Lasten sozial Benachteiligter. „Wir können uns in unserer diakonischen Arbeit noch so anstrengen, mit knappen Mitteln ökonomisch umzugehen, wenn uns der finanzielle Boden unter den Füßen weggezogen wird, nützt uns das nichts. Die politischen und auch die haushaltspolitischen Weichen müssen so gestellt werden, dass sie zur Stärkung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft beitragen. Das gilt im Bund und das gilt in Sachsen.“ Allerdings sei sie mehr als zuversichtlich, dass die Diakonie Sachsen den Herausforderungen mutig entgegentrete. „Gottes Segen möge Sie und Ihre Arbeit bis zum 150jährigen Jubiläum diakonischer Arbeit in Sachsen im Jahr 2017 begleiten und stärken.“

Stichwort: Die Diakonie Sachsen hat sich mit ihren derzeit 183 Mitgliedern und 1.968 Einrichtungen und Leistungsangeboten seit ihrer Gründung am 19. September 1990 ständig weiter entwickelt. Für die soziale Arbeit vor Ort engagieren sich Stadtmissionen, Diakonischen Werke und regionalen Diakoniewerke 17500 hauptamtliche und rund 10 000 ehrenamtliche Helfer. Dazu gehören zum Beispiel

108 Altenpflegeheime

94 Sozialstationen

64 Wohnheime für Behinderte und psychisch Kranke

44 Werkstätten für behinderte Menschen

222 Kindertageseinrichtungen

63 Heime und Wohngruppen für Kinder- und Jugendliche

230 Beratungsstellen (u.a. für Arbeitslose, Ausländer, Aussiedler, behinderte Menschen, Familien, Jugendliche, psychisch Kranke, Schuldner, Schwangere, Suchtgefährdete, Wohnungslose)

15 Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken

 
 
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Beratung für Menschen in Wohnungsnot
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