Diakonie Sachsen
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22.05.2015 | Zahlen steigen weiter: Lebens- und Problemlagen überfordern viele Eltern

Diakonische Erziehungs- Ehe-, Familien- und Lebensberatung legt Resümee 2014 vor

„Ratsuchende klagen oft über massive Überforderung und Unsicherheit. Verschiedene Übergangs- und Umbruchsituationen, Partnerwechsel, Arbeits- oder Wohnortwechsel und damit verbundene Kita- oder Schulwechsel der Kinder führten häufig zu Erschöpfung und verstärktem Unruhe- und Angstverhalten bei Eltern und Kindern.“

Diese Erfahrung einer Beratungsstelle im Rückblick auf das Jahr 2014 lässt die Komplexität der Problemlagen erahnen, mit denen Menschen eine Erziehungsberatungsstelle oder eine Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle aufsuchen.

In den Erziehungsberatungsstellen der Diakonie Sachsen wurden 2014 in 7015 Fällen (Vorjahr 6686) 15.043 Personen (Vorjahr 14.541) beraten. Anlässe waren hauptsächlich „Trennung und Scheidung“ der Eltern (39%), „Belastungen des jungen Menschen durch Problemlagen der Eltern“ (23%) und „emotionale Probleme des jungen Menschen“ (17%). Die Erziehungsberatung erfolgte in 62% der Fälle vorrangig mit den Eltern bzw. mit der Familie (25%) und in 14% vorrangig mit dem jungen Menschen. In 3,5 % der Fälle, also insgesamt immerhin 243 mal (!), musste das Risiko einer möglichen Kindeswohlgefährdung abgeschätzt werden.

Eine besondere Herausforderung für die Mitarbeitenden in den Beratungsstellen sind Beratungen zu strittigen Fragen zum Umgangs- und Sorgerecht. Familiengerichte können trennungswillige Paare an die Beratungsstellen verweisen. In der Beratung wird dann mit den Eltern nach einer einvernehmlichen Lösung für die weiterhin bestehenden Elternaufgaben gesucht. Oft eine Herkulesaufgabe – weil Enttäuschungen, Verletzungen und Vorwürfe der Partner den Weg zu einer gemeinsamen Lösung zum Wohle des Kindes sehr erschweren.

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung setzt vor der Trennung an. In diesen Beratungen werden angesichts unterschiedlicher Erwartungen und Lebensentwürfe der Partner und den Anforderungen der Umwelt neue Wege für das Miteinander gesucht. Dabei wird ein Dilemma deutlich: Viele Menschen suchen eine stabile emotionale Bindung. Aber sie müssen feststellen, dass die eigenen Ansprüche an Leben und Partnerschaft mit den Anforderungen der Arbeitswelt und Umwelt nur sehr schwer in Balance zu bringen sind. Der Versuch, verlässliche und enge Beziehungen zum Partner und zu den Kindern in Einklang mit den außerfamiliären Anforderungen an Flexibilität und Leistungsbereitschaft zu bringen, birgt bei hohen Ansprüchen die Gefahr des Scheiterns.

In 2014 wurden in 1499 Fällen 2083 Personen beraten. Probleme in Ehe- und Partnerschaft wurden am häufigsten als Grund genannt, eine Beratungsstelle aufzusuchen.

Die von den Beratungsstellen angebotenen Gesprächstrainings für Paare setzen präventive Aspekte. Dabei können Paare lernen, in Alltags- und Konfliktsituationen eine gute Kommunikation zu entwickeln und ihre Beziehung so zu vertiefen: „Durch dieses andere Miteinander-Reden haben wir wieder eine Innigkeit und Kraft gespürt. Einfach toll! So nahe haben wir uns lange nicht gefühlt“, heißt es in der Rückmeldung einer Teilnehmenden.

Weitere Informationen: Wilfried Jeutner, Tel.: 0351/8315-180.

 
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