Diakonie Sachsen

24.02.2015 | Wohlfahrt macht Neuanfang sächsischer Sozialpolitik aus

Zuversicht trotz Licht und Schatten in Koalitionsvertrag und Doppelhaushalt

Alljährlich legen Sachsens Wohlfahrtsverbände einen gemeinsamen Wohlfahrtsbericht vor. Der heute vorgestellte Bericht „Sozialpolitik in Sachsen. Bestandsaufnahme und Perspektiven“ behandelt nicht wie in den Vorjahren Einzelaspekte des Wohlfahrtswesens, sondern legt vielmehr einen Parforceritt über das gesamte sozialpolitische Gelände hin, um in 13 Fachkapiteln von Familie bis Pflege die gegenwärtige Situation im Land zu analysieren, die Vorhaben der Sächsischen Staatsregierung zu bewerten und - neben einem eigenen Beitrag der Wohlfahrt - konkrete Handlungsschritte anzuregen.

„Wir können nach fünf Jahren sozialpolitischer Durststrecke durchaus von einem Neuanfang sprechen“, so Karlheinz Petersen, AWO Landesgeschäftsführer und derzeitiger Liga-Vorsitzender: „Sowohl der Koalitionsvertrag als auch die Gesprächsangebote der neuen Staatsregierung im Nachgang zeigen wieder Wertschätzung für den Sozialbereich.“

Insbesondere in den Bereichen Familie und Kita, Flüchtlingshilfe und Inklusion seien jeweils umfangreiche Maßnahmenbündel zu Stärkung und Wiederaufbau der Versorgungs-landschaft im Koalitionsvertrag vorgesehen. „Die finanzielle Untersetzung im vorgelegten Entwurf zum Doppelhaushalt hat aber Licht und Schatten“, so Friedhelm Fürst, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Sachsen.

Während Familienberatungsstellen, soziale Betreuung von Flüchtlingen und Ausgaben für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung einen deutlichen Zuwachs erfahren, sei die sehr kleinteilige und langgezogene Kita-Schlüsselverbesserung deutlich nur eine Sparbrötchenvariante. „Die Aufhebung des Fachkraftgebots für die Kinderkrippe ist noch dazu vollständig kontraproduktiv, weil Hilfskräfte in ihrer Arbeit von Fachkräften betreut werden müssen, denen damit weniger Zeit für die Kinder bleibt“, so Fürst: „Insgesamt stellen wir in vielen Feldern eine Anhebung des Haushaltsansatzes auf das Niveau von 2010 fest. Beispielsweise bei der Jugendpauschale. Andere Felder, wie die Familienerholung liegen mit 300.000 Euro immer noch deutlich unter dem damaligen Satz von 1,2 Millionen Euro.“

Einen deutlichen Aufwuchs über 2010er Wert kann allerdings der Suchtbereich konstatieren. Dr. Olaf Rilke, Geschäftsstellenleiter der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS): „Mit der im Haushalt zusätzlich vorgesehenen Million lassen sich 25 weitere Suchtberater finanzieren. Damit kann Sachsen von 177 auf 202 Fachkräfte aufstocken und erreicht das notwendige Betreuungsverhältnis von einem Berater auf 20.000 Einwohner.“ Der Verdrängungseffekt, der bisher durch Zunahme der Crystalsucht die Betreuung Alkoholkranker als größter Suchtgruppe hintanstellte, könne so beendet und wieder breitbandiger beraten werden.

Stichwort: Die Liga der Spitzenverbände ist der Zusammenschluss der Freien Wohlfahrtspflege im Freistaat. Mitglieder sind die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. 2010 hatte sich die Liga unter dem Slogan „Die Axt an der Wurzel des Sozialen“ gegen massive Kürzungen im Sozialbereich zur Wehr gesetzt. Damals allerdings erfolglos.

Ines Vogel (0351 84704514, 0173 5977236) Federführende der Liga-Öffentlichkeitsarbeit Pressesprecherin des Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen e.V.

 
Es gibt viele Möglichkeiten sich freiwilligen zu engagieren!

Ab sofort auch refugees welcome!

Beratung für Menschen in Wohnungsnot
Projekt und Kurs „Demokratiestifter”

Projekt und Kurs zum "Demokratiestifter in Sachsen"

Arbeit finanzieren, statt Arbeitslosigkeit

Evangelische Online-Beratung