Diakonie Sachsen
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10.09.2015 | Schwangerschaftskonfliktberatung ist wertvoll und ein wirksamer Lebensschutz/eaf-Fachgespräch erläutert gesetzliche Rahmenbedingungen, Beratungsverständnis und Finanzierung

„Eine ungewollte Schwangerschaft kann Frauen in eine tiefe Lebenskrise stürzen. Häufig ist die Existenzgrundlage (Arbeitsstelle oder Ausbildung) gefährdet, nicht selten drohen Partnerschaft oder Ehe zu zerbrechen und die Schwierigkeiten und Belastungen, die bislang mit letztem Kraftaufwand bewältigt wurden, erscheinen nun übermächtig und erdrückend. Verzweiflung, Lähmung und Existenzangst überfluten die Frau. Einflussnahmen von außen verstärken nur Angst, Panik und Druck. Hier greift das Angebot der diakonischen Beratung: Frauen sollen sich in Ruhe und ohne jeden Druck besinnen können.“

Wilfried Jeutner, zuständiger Referent bei der Diakonie Sachsen für Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung, plädiert im Rahmen des von der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (eaf) angestoßenen Fachgesprächs zur „Evangelischen Schwangerschaftskonfliktberatung“ dafür, das gesellschaftlich wichtige und geachtete Angebot der Diakonie nicht in Frage zu stellen: „Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, dass werdendes Leben nur mit der Frau und nicht gegen sie geschützt werden kann.“

Diakonische Schwangerschaftskonfliktberatung sei eine umfassende psychologische und soziale Beratung und Unterstützung von Frauen und Männern, Paaren und Familien. „Sie bezieht sich auf deren persönliche Situation, ihre Lebensgeschichte, ihre Partner- und Familienbeziehungen, ihre Norm- und Wertvorstellungen, Lebensentwürfe und Rollenbilder, ihre körperliche und psychische Gesundheit, ihre Wohn-, Arbeits- und Ausbildungssituation und ihre finanzielle Lage“, beschreibt Jeutner den Beratungsansatz.

„Diese sorgsame, ergebnisoffene Begleitung wie wir sie in unseren diakonischen Beratungsstellen mittlerweile seit Jahrzehnten anbieten, bedeutet einen wirksamen Schutz des Lebens“, ist daher auch Diakonie-Chef Christian Schönfeld überzeugt.

Sie sei Beratung zum Leben und zugleich ergebnisoffen im Prozess der Beratung selbst. „Sie soll der Schwangeren helfen, eine gewissenhafte und verantwortliche Entscheidung zu treffen.“

Für Außenstehende erscheine der Konflikt als einer zwischen Kind und Frau. „Das entspricht in keinster Weise dem inneren Erleben der Betroffenen. Für sie steht ein Teil ihrer Person gegen einen anderen Teil ihrer Person. Diese Auseinandersetzung ist bei jeder Frau spannungsreich und schmerzvoll“, sagt eaf-Vorsitzende Christiane Lammert, die bei der Diakonie Löbau-Zittau, schwangere Frauen in Konfliktsituationen berät. Eine Einschätzung, die alle anwesenden Beraterinnen nachdrücklich teilten.

„Es ist uns sehr wichtig, dass die Frau in der Beratung den Respekt vor ihr, ihren Sorgen, ihrem Körper und ihrer Entscheidung, aber auch den Respekt vor dem Ungeborenen spürt. Die letzte Verantwortung und Entscheidung über die Fortsetzung oder den Abbruch der Schwangerschaft übernimmt dann die Frau“, beschreibt Lammert das Beratungsverständnis.

Die Beraterinnen in den Beratungsstellen respektieren diese Entscheidung. Nach dem Beratungsgespräch erhält die Klientin den Beratungsschein ausgehändigt sowie das Angebot weiterer Beratung und Unterstützung, unabhängig davon, wie ihre Entscheidung ausfällt.

„Diakonie und Kirche sind der Überzeugung, dass ein Abbruch der Schwangerschaft nach Gottes Willen nicht sein soll. Doch unsere Position allein hilft den betroffenen Frauen überhaupt nicht. Denn eine klare ethische Position ist eine Sache, wirksamer Schutz eine andere. Die Diakonie lässt Frauen und Paare in der Lebenskrise einer ungewollten Schwangerschaft nicht allein und die Beratung ist ein Ausdruck der Solidarität und zugleich ein Zeichen der Hoffnung. Daher halten wir an unserem Konzept fest“, so Schönfeld abschließend.

 
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