Diakonie Sachsen
In der Nächsten Nähe - Mein Beruf ist, Menschen Wärme entgegenzubringen.

09.10.2017 | Offen und tolerant mit psychischen Erkrankungen umgehen!

Rund um den Welttag der seelischen Gesundheit der WHO am morgigen Dienstag, 10. Oktober,  startet auch in Sachsen wieder die Aktionswoche zur seelischen Gesundheit. Die WHO hat den Welttag der seelischen Gesundheit in diesem Jahr unter das Motto „Mental Health in the Work Place“  gestellt. Grund ist der exorbitante Anstieg der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. In Deutschland stieg er innerhalb der letzten elf Jahre um mehr als 97 Prozent. So wurden 2012 bundesweit 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Damit belegen Psychische Störungen inzwischen den vierten Platz -  auch weil die Krankheitsdauer dreimal so hoch ist wie bei anderen Erkrankungen. Zudem sind psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für Frühberentung - zwischen den Jahren 1993 und 2015 stieg der Anteil von 15,4 auf 42,9 Prozent.

„Arbeitsverdichtung, höher werdender Stress und eine unausgeglichene work-life-balance begünstigen psychische Erkrankungen. Und obwohl insgesamt die Sensibilität für psychische Probleme gestiegen, und eine psychische Störung heutzutage längst kein Einzelschicksal mehr ist, werden psychisch erkrankte Menschen nach wie vor stigmatisiert“, sagt Roswitha Mildner, bei der Diakonie Sachsen zuständige Referentin für die 18 Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen.  Dort werden Menschen mit psychischen Problemen und deren Angehörige  beraten, wo nötig in weiterführende Hilfen vermittelt, im Umgang mit Behörden unterstützt und finden Begegnungsmöglichkeiten in Kursen, Ausflügen und Selbsthilfegruppen und vieles mehr.

Um Offenheit und Toleranz gegenüber psychisch Erkrankten zu fördern, lädt die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle in Limbach Oberfrohna am 10.10.2017 zu einem Psychosozialen Forum zum Thema „Was tut meiner Seele gut?“ und zu einem Vortrag „Achtsamkeit – Wie kümmere ich mich gut um mich selbst?“ ein. Und die Beratungsstelle in Chemnitz will am 12. Oktober nach einem Einführungsvortrag zur „Seelischen Gesundheitsförderung“ und diversen workshops mit Menschen ins Gespräch kommen, die Betroffene, Angehörige oder Fachleute sind. „Es geht darum, mit ihnen über ihre Erfahrungen im Umgang mit psychischen Erkrankungen zu sprechen und gleichzeitig wollen wir Wege aufzeigen, mit denen der Erkrankung begegnet bzw. präventiv entgegen gewirkt werden kann“, so Mildner.

Doch die Angebote richteten sich keineswegs nur an Betroffene, Angehörige und Fachleute, sondern auch an die breite Öffentlichkeit.

„Psychische Störungen sind  therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen, die jeden von uns betreffen können!“, so Mildner abschließend.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und den Aufgaben der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen finden Sie in anhängenden pdf´s.

Hintergrund: WHO und Weltverband für geistige Gesundheit (WFMH) haben den Welttag der seelischen Gesundheit 1992 ins Leben gerufen. „Es gibt keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit.“ (WHO) Ziel ist, auf die Belange der Menschen mit psychischen Erkrankungen aufmerksam zu machen, Stigmatisierung abzubauen und das Bewusstsein für die Bedeutung psychischer Gesundheit zu schärfen.



 
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