Diakonie Sachsen
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Mit Integration gewinnen! Förderpreis-Verleihung der Diakonie Sachsen am Tag des Flüchtlings

Diakonie Sachsen und Flüchtlingssozialarbeit der Diakonie Riesa-Großenhain feierten mit geflüchteten Menschen ein großes interkulturelles Fest

Integration beginnt im Kopf und im Herzen. Die Diakonie Sachsen hatte daher einen Förderpreis ausgelobt, der Ideen, Projekte und Initiativen  prämiert, die sich vorgenommen haben, Geflüchtete  in Mitmenschen,  Nachbarn, Bekannte, Kollegen oder sogar Freunde zu verwandeln und sie bei ihrem Start in ein neues Leben nach Kräften zu unterstützen. 

Unter den vielen eingereichten Bewerbungen hat eine siebenköpfige Jury drei Preisträger ermittelt, deren Engagement beispielhaft ist und es verdient hat, in das Licht der Öffentlichkeit gerückt zu werden. Die Verleihung der drei mit je 2500 Euro dotierten Preise fand im Rahmen eines großen interkulturellen Festes statt, das gemeinsam mit den im Landkreis Meißen lebenden geflüchteten Menschen und der Flüchtlingssozialarbeit der Diakonie-Riesa-Großenhain im Pfarrgarten in Wildenhain gefeiert wurde.

Schirmherr Geert Mackenroth überreichte in seiner Funktion als sächsischer Ausländerbeauftragter Urkunden, die Preisgelder überreichten die Spender und Laudatoren. Die Preisträger sind:


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Die Gruppe „Grenzenlos“ des Wilprecht-Gymnasiums in Groitzsch, die mit 15 Sprachtandems, bestehend jeweils aus einem Gymnasiasten und einem Flüchtlingskind zweimal wöchentlich in erlebnispädagogischen Gruppenspielen, bei Ausflügen, aber auch bei der Hausaufgabenbetreuung spielerisch die deutsche Sprache erlernen. Erkundet werden aber auch wichtige Orte und Adressen ihrer Stadt - es ist ein Beitrag für ein gelingendes und respektvolles Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen von dem beide Teile profitieren. So haben einige Schüler bereits damit begonnen, Arabisch zu lernen.

Ilona Pollach, Vorstand der KD-Bank, die auch das Preisgeld sponserte, freute sich in ihrer Laudatio sehr über das hohe Engagement: „Das sind die jungen Menschen, die wir für die Gestaltung unserer gesellschaftlichen Zukunft unbedingt brauchen!"


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Unter dem Motto Motto: "Jugendliche in Verantwortung bringen" startete im Frühjahr 2015 auf dem ehemaligen Gelände eines alten Stadtbades (Zwickau, Schedewitz) ein Projekt der Stadtmission Zwickau, in dem 50 geflüchtete Jugendliche unter Anleitung ein historisches Dorf in vielen Einzelschritten aufbauen. Dazu schlossen sich drei Vereine zusammen: federführend die Stadtmission Zwickau e.V., weiterhin das sozio-kulturelle Zentrum Alter Gasometer e.V. und die Jugendinitiative Likedeeler-Zwickau e.V..

Ziel ist es, bis zur 900-Jahr-Feier der Stadt Zwickau im Jahr 2018 gemeinsam mit Jugendlichen ein Ensemble von traditionell-handwerklich gefertigten Holzbauten zu errichten.

Im späteren Dorfleben wird Handwerk, Kultur und Geschichte greif- und erlebbar, z.B. durch Brotbacken, Saft pressen, Imkern, Bogenbau, historisches Handwerk, Musik und Theater und jahreszeitliche Feste. Durch gemeinsame Planung und Arbeit wird das Selbstvertrauen der mitwirkenden Jugendlichen gestärkt, ebenso das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie werden angeleitet, Aufgaben strukturiert allein zu bewältigen. Dabei stehen verschiedene handwerkliche Tätigkeiten an: vom Holzeinschlag von bereits mehr als 100 Bäumen bis zum fertig eingebauten Balken, aber auch Weidenbau, Zimmerei, Dachdeckerei, das Setzen eines Lehmbackofens und Zaunbau. Materialtransporte, Werkzeugpflege, Baulogistik und Baustellenverpflegung spielen ebenso eine wichtige Rolle. Die jungen Menschen können sich in allen Bereichen ausprobieren, sie erhalten Lob und Ermutigung durch unsere Sozialarbeiter, wie auch durch Handwerker im Ruhestand, welche die Dorfbaustelle für sich entdeckt haben. Für die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden besteht im Projekt die Möglichkeit, andere Jugendliche ähnlichen Alters intensiv kennenzulernen, Beziehungen zu ihnen aufzubauen und so einen sehr natürlichen Einblick in die Alltagskultur unseres Landes zu bekommen sowie sprachliche Kenntnisse anzuwenden und zu verbessern.

Der Laudator der Evangelischen Bank mit Sitz Miro Mandadjiev würdigte in seiner Ansprache auch die Tatsache, dass auch die einheimischen Jugendlichen von der Zusammenarbeit mit den geflüchteten Jugendlichen profitierten: „Sie erfahren mehr über die Hintergründe, nehmen ihrerseits persönliche Bindung auf und bauen so vorhandene Vorurteile ab, die sie aus ihrem Elternhaus oder weiterem sozialem Umfeld mitgebracht haben. In der gemeinsamen Arbeit und durch das gemeinsame Ziel verschwinden viele Berührungsängste. Das ist wunderbar!“


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Dritter Preisträger ist das „Weltchen“, ein Gemeinschaftsgarten und Begegnungstreff der Ev.-Luth. Laurentiuskirchgemeinde Dresden- Trachau. Hier pflanzen, säen, bebauen, ernten, kochen und feiern Geflüchtete und Kirchgemeindemitglieder gemeinsam mit Einheimischen und Geflüchteten. Leute aus der Nachbarschaft, der gegenüberliegenden Gartensparte und der Gemeinde nehmen Anteil am Waschen und Gedeihen, spendeten Pflanzen und Obstbäume. „Das Projekt ist ein Baustein in der Integrationsarbeit der Laurentiuskirchgemeinde und will im Stadtteil wirken. Wir wollen weiter wachsen und zwar im doppelten Sinne: zur Begegnung dienen und eine gute Ernte einfahren“, sagt Projektverantwortliche Barbara Ott.

 
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