Diakonie Sachsen
In der Nächsten Nähe - Mein Beruf ist, Menschen Wärme entgegenzubringen.

21.07.2016 | „Mensch – komm mit!“ – Niedrigschwellige Beratung für Menschen in Wohnungsnot in Sachsen

„Wohnungslosigkeit kann jeden betreffen: Durch alle Schichten und über alle Altersklassen hinweg!“ Das ist die Erfahrung von Heike Schmidt. „Krankheit, Behinderung, Altersarmut, Sanktionen des Job-Centers beim Regelsatz können schnell zu Mietschulden führen und damit zum Wohnungsverlust. Kommen dann womöglich noch Drogen- oder Alkoholprobleme hinzu, dreht sich die Abwärtsspirale noch schneller. Und ist die Wohnung erst einmal weg und der Mensch auf der Straße gelandet, ist es für die Betroffenen schwer, ohne Unterstützung und Beratung wieder festen Fuß zu fassen.“ Zumal bezahlbarer Wohnraum Mangelware sei.

Heike Schmidt ist eine der zehn EHAP-Projektmitarbeitenden der Diakonie Sachsen. EHAP ist ein neuer „Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen". 88 Projekte gegen Armut und Ausgrenzung werden in Deutschland damit gefördert - sechs davon koordiniert  die Diakonie Sachsen.  Die Projektträger sollen in Kooperationen mit Kommunen und einem Netzwerk an Hilfen  außerhalb der Gesellschaft stehenden Gruppen mehr soziale Teilhabe eröffnen. So suchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EHAP-geförderten Einrichtungen hilfebedürftige Menschen beispielsweise auf öffentlichen Plätzen oder in prekären Wohnverhältnissen auf und versuchen, sie an bestehende hilfegebende Beratungsstellen weiter zu vermitteln -  beziehungsweise sie direkt dorthin zu begleiten: „Mensch - komm mit!“

Für  diese  persönliche Beratung und individuelle Hilfe werden aber keine neuen Strukturen geschaffen, sondern EHAP ergänzt bestehende Hilfestrukturen  und verstärkt sie in ihrer Wirksamkeit.  EHAP-Projekte haben somit eine Brückenfunktion zwischen den Zielgruppen und bestehenden Angeboten des regulären Hilfesystems. So ist beispielweise die Arbeit Heike Schmidts eingebunden in die Arbeit eines Treffs für wohnungslose Menschen der Stadtmission Zwickau. Dort gibt es neben einem Mittagessen eine  Beratungsstelle und die Vermittlung an andere Netzwerkhilfen.

„Es ist gar nicht immer leicht, Menschen in Wohnungsnot aufzuspüren - natürlich kennen wir die Plätze an denen sich bestimmte Gruppen aufhalten. Aber aus Scham ziehen sich viele zurück und sind unsichtbar. Sobald wir davon wissen, wird Hilfe möglich“, sagt Heike Schmidt.


Hintergrundinformationen zum EHAP-Projekt in Sachsen:

Das Projekt „Mensch - komm mit!“ wurde am 1. Januar 2016 gestartet und läuft zunächst bis 31. Dezember 2018. Eine Verlängerung ist möglich. Zentral verwaltet und koordiniert wird es von der Diakonie Sachsen. Dabei handelt es sich um einen Projektverbund mit 6 Teilprojekten, die alle eine Kooperationsvereinbarung mit dem öffentlichen örtlichen Träger haben. Die Finanzierung: 85 % EHAP, 10 % BMAS, 5 % Eigenmittel. Der Nachweis der Wirksamkeit dieser aufsuchenden professionellen Sozialarbeit wird über Fragebögen geführt.

Die sechs Teilprojekte:

1. Diakonie Annaberg, Projekt in Aue, s.markert@diakonie-annaberg.de

2. Stadtmission Chemnitz, wlh.ehap@stadtmission-chemnitz.de

3. Diakonie-Stadtmission Dresden, susanne.zimmermann@diakonie-dresden.de, paul.petzold@diakonie-dresden.de

4. Diakonie-Innere Mission Leipzig, ilona.adler@diakonie-leipzig.de, christian.pahrmann@diakonie-leipzig.de

5. Diakonie-Stadtmission Plauen, projekt1@diakonie-plauen.de

6. Diakonie-Stadtmission Zwickau, heike.schmidt@stadtmission-zwickau.de


Weitere Informationen: Rotraud Kießling, Tel.: 0351/8315-178, rotraud.kiessling@diakonie-sachsen.de

 
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